Schreibkick: Inspiration

Inspiration

Als sie die alten Fotos durchschaute, hatte sie einige Aha-Erlebnisse. Endlich sah sie  Personen, die sie nur vom Namen auf Urkunden kannte, als Bild. Hochzeitsfotos, Familienfotos, Fotos von Aufbahrungen und Begräbnissen und noch vieles mehr.

Während sie sich dabei ihren Gedanken hingab, war sie plötzlich da, die Inspiration.

Sie wollte eine Zusammenstellung schaffen, ein Album erstellen, einen Stammbaum, eine Ahnenreihe. Mit Fotos. Bisher hatte  sie ja nur die Namen und Daten gehabt, je nachdem, mal mehr, mal weniger.

Schon lange hatte sie ein Programm für Ahnenforschung griffbereit liegen. Jedoch verwendet hatte sie es nie. Wohl wissend, daß sie dann darin eintauchen würde, und vielleicht nie wieder auftauchen würde.

Sie hatte schon von anderen viel gehört, wie sehr sie darin aufgingen und völlig davon vereinnahmt wurden.

Das Ganze war emotional sehr fordernd.

Begonnen, wenn man so sagen kann, hatte es damit, daß sie sich schon immer für die „alten“ Sachen interessierte. Besonders Fotos und Geschichten. Ihr Vater hatte auch schon einiges gesammelt und auch einen Stammbaum angelegt.

Viele Fotos und Dokumente hatte sie von ihm bekommen.

Und jetzt, nach dem Tod seiner Schwester, ihrer Tante, hatte sie Fotos erhalten, die sie noch nie gesehen hatte. Eine Offenbarung. Beglückt und überrascht, von Gefühlen überwältigt.

Ihr Vater hatte viel fotografiert und die Originale vervielfältigt. Jetzt war wieder alles bei ihr zusammengekommen. Da gab es viel zu ordnen. Wie sollte sie das am besten angehen, am effizientesten. Immer wieder tauchten in einer Lade, irgendwo dazwischengesteckt, an den unmöglichsten Orten Fotos auf. Na ja, einfach beginnen und schauen, wie es am besten geht.

Im Haus der Tante hatte auch deren Mutter, geboren 1902, gelebt. Nach deren Tod hatte sie einige Ausweise und Fotos erhalten, über die sich sehr freute.

Und jetzt diese Fülle! An Fotos, an Informationen, an Dokumenten, an Briefen.

Also noch eine Generation zurück. So schön.

­­­___

Hier war sie erschöpft von den letzten Wochen eingeschlafen.

Ja, die letzten beiden Monate hatten es in sich. Immer wieder vom Weinviertel ins Waldviertel. Die Tante im Krankenhaus, dann für die letzte Zeit Nach Hause, noch einmal ins Krankenhaus, immer schwächer, dann auf ihren Wunsch die Übersiedlung ins Pflegeheim – alles hinter sich gelassen, bis auf ein wenig Gepäck – für einen Tag und eine Nacht – aus der sie nicht mehr erwachte. Genauso, wie sie es sich gewünscht hatte.

 

Der Kuß des Todes

Im Kuß

Löst sich die Seele

Geht ein ins Alles

Ist endlich wieder Daheim

 

 

Wir sind Gast auf Erden

Gastsein ist nicht Daheimsein

 

 

© Eva Schnepf – Lebinger 2017

 

 

Mein Beitrag zum Schreibkick – Projekt von Sabrina Fessler.

 

Weitere Schreiberinnen:

Nicole

Sabrina

Veronika

 

Das Thema für den 1.3.2017 lautet: „Frühlingsblüten“

 

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Im Gedenken an meine Tante

Es war im Krieg. Sie wohnte am Rande eines kleinen Städtchens ganz idyllisch im Grünen. Gleich neben der Wiese vor dem Haus begann der Wald, der der beste Abenteuerspielplatz für die Kinder war.

Es gab nicht nur Spiel, erst waren die Schuljahre, dann 1 Pflichtjahr, das sie in Rudmanns leistete.  (Jahr für die Allgemeinheit / gemeinnützig.)

Dann mußte sie mit anderen Mädchen die Räume der russischen Kommandatur reinigen. Es mußte schnell gehen und sauber sein. Das war nicht einfach, denn die Besatzer feierten allabendlich, der Alkohol floß in Strömen, nicht nur in ihre Kehlen, auch auf den Boden und das Mobiliar. Die Räume waren dadurch unvorstellbar verschmutzt. Die Mädchen mußten sich tummeln (beeilen), denn die Herren wollten es zwar sauber haben, aber die Reinigenden nicht zu Gesicht bekommen. Das war den Mädchen nicht unrecht, sie wollten sie auch nicht sehen.

So vergingen die Jahre ihrer Jugend, sie erschien allen zufrieden mit ihrem Leben, alle waren in ähnlicher Lage.

Insgeheim hatte sie große Träume,  ja sogar schon Pläne. Sobald es irgendwie möglich war, sprich, sobald der Krieg zu Ende wäre, würde sie ihrer Heimatstadt den Rücken kehren und auswandern. Im fremden Land wollte sie ihr Glück finden. Einige Länder waren in ihrer Wahl, am liebsten wollte sie in die Schweiz. Sie hatte über dieses herrliche Land gelesen und es zog sie sehr an. Oft stellte sie sich ihr zukünftiges Leben in den schönsten Farben und Bildern vor.

Hart arbeiten würde sie müssen, das konnte sie und war es auch gewöhnt, sie war stark und hatte großes Durchhaltevermögen.

Sie befand sich sozusagen schon in den Startlöchern, und wartete nur auf den Startschuß. Wie makaber ist das Leben eigentlich?

Der Schuß fiel zwar, es war aber ganz anders als erwartet. Es war kein Startschuß, sondern das Gegenteil.

Durch diesen Schuß, fast schon zu Kriegsende, fiel ihr Vater.

Ihr Vater, den sie alle so vermißten und sehnlichst zurückerwarteten. Noch ein sinnloser Tod mehr.

Als der Brief kam, der sie davon informierte, fiel ihr ein anderer Brief ein. Diesen Brief hatte der Vater ihr und den Brüdern geschrieben, bevor er einrücken mußte. Darin bat er seine Kinder, auf ihre Mutter zu schauen, falls ihm etwas passierte, und sie nicht allein und im Stich zu lassen.

Mit einem Schlag waren ihre Träume und Pläne wie Seifenblasen zerplatzt und hatten sich aufgelöst.

Ihr Durchhaltevermögen konnte sie nun besonders gut brauchen. In diesem so nicht geplanten Leben weiterhin in ihrer Heimatstadt.

Sie arbeitete Jahrzehnte in einer Bäckerei als Kindermädchen und Verkäuferin. Sie heiratete, baute mit ihrem Mann ein Haus, in das sie ihre Mutter aufnahmen, die den oberen Stock bewohnte.

Für ihren Mann war die Schwiegermutter die zweite Mutter, seine leibliche Mutter war früh in Wien bei einem Bombenangriff gestorben.

Als die Mutter, immer schwächer und müder werdend, im hohen Alter erkrankte und bettlägrig wurde, pflegte sie diese bis zum Tode, der sie nach Jahren erlöste.

Bald darauf erkrankte ihr Mann, den sie auch jahrelang pflegte.

Nach seinem Tod war sie allein im Haus.

Und sie sagte damals selbst: „Ich bin immer noch hier“

Jetzt ging sie auch ins Licht zu ihren Lieben.

Schon einige Tage davor träumte sie von ihrer Mutter, es war ein großes Fest, und sie sagte zu den Festgästen: „Da ist meine Mutter, sie kommt, um mich zu holen!“

 

© Eva Schnepf – Lebinger 2017

 

Schreibkick: Vorsatz

Vorsatz

An den letzten Tagen des Jahres ist die Zeit der Rückschau auf das vergangene Jahr. Auf die letzten Monate. Berührendes, Bewegendes, Erfüllendes, Schönes, Zartes wurde erlebt und genossen.

Immer wieder ist die Frage nach Vorsätzen zu hören und zu lesen. „Unser Vorsatzgenerator hilft Dir dabei die wirklich RICHTIGEN Vorsätze für das neue Jahr zu finden!“

Na danke, sicher nicht!

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Es ist ein wunderschöner, sonniger, eiskalter Silvestertag.

Traditionellerweise finden Silvesterläufe in Stadt und Land statt. Von São Paulo bis Zürich.

Niedergeschrieben ist, daß ein Silvesterlauf einen freudvollen Abschied vom Alten Jahr und einen positiven Ausblick ins Neue Jahr ermöglicht.

Silvesterläufe sind eine sportliche Variante, sich aus dem alten Jahr zu verabschieden, die sich wie ein breites Band um den ganzen Globus spannt.

Der Silvesterlauf der Rauchfangkehrer findet jedes Jahr in Wien und in anderen Orten statt.

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Viele Menschen nutzen den Altjahrestag, um noch einmal in diesem Jahr die Natur zu genießen und sich zu bewegen. Walken, Laufen, Spazieren gehen, Rad fahren und vieles mehr. Jeder auf seine Art.

Natürlich kommen sie immer wieder auf die guten Vorsätze für das nächste, das Neue Jahr zu sprechen.

Da gibt es sehr viele Vorsätze, hauptsächlich klassische. Mit dem Rauchen aufhören, mehr Bewegung und Sport, abnehmen, gesünder essen, weniger Geld für Unnötiges ausgeben, sich mehr Ruhe gönnen, aus dem Hamsterrad aussteigen – und was es noch so alles gibt.

Sie erinnern sich auch an die Vorsätze der letzten Jahre. Hatten sie welche ausgeführt oder waren sie am Morgen des 1. Jänner schon vergessen gewesen?

Da gibt es viel zu lachen, weil die meisten Vorsätze noch in der Silvesternacht mit dem Feuerwerk verpuffen.

So manchem gelingt es, unfreiwillig den Vorsatz einzuhalten, zum Beispiel das sehr beliebte Abnehmen oder mit dem Rauchen aufzuhören.  Durch Erkrankung ist beides im Nu eingehalten.

Mehr Bewegung und Sport ist schon schwieriger durchzusetzen.

 

Sollten sie sich vornehmen, keine Vorsätze zu fassen? Ist das nicht auch ein Vorsatz?

Gar nicht so einfach, die Sache mit den Vorsätzen.

Na ja, am besten ist vielleicht, das ganze Jahr über ein guter Mensch zu sein, auf sich und seine Mitmenschen zu achten.

Die Silvesternacht zählt zu den Rauhnächten.  Themen der Rauhnächte sind unter anderem: Altes loslassen, Neues willkommen heißen, Innere Einkehr und Gedenken, Visionen und Orakel, Schutz und Segen, Glück aussenden und empfangen, Feiern und Genießen, Wünschen.

 

Wenn man um Mitternacht zur Geisterstunde auf den Dachboden geht, soll einem  der zuletzt im Haus Verstorbene erscheinen.

Das Wilde Heer oder die Wilde Jagd fährt auch an diesem Tag durch die Lüfte. Versunkene Glocken sollen läuten, Unterirdische hört man arbeiten, Hexen sitzen an Kreuzwegen, Verwünschte kommen hervor.

Sei es, wie es sei .

Nun ist Silvester vorbei, das Neue Jahr ist da.

Möge es alle Wünsche – die gut für uns sind – erfüllen.

© Eva Schnepf – Lebinger 2017

 

Mein Beitrag zum Schreibkick – Projekt von Sabrina Fessler.

Weitere Schreiberinnen:

Veronika

Nicole

Sabrina

 

Das Thema für den 1.2.2017 lautet:  Inspiration

Schreibkick: Zwischen Tannenbäumen

Schreibkick: Zwischen Tannenbäumen

 

Die wunderbare Weihnachtszeit. Anfang Dezember beginnt der Advent. Der Adventkalender begleitet vom 1. bis zum 24. Dezember. Jeden Tag eine Kleinigkeit, ein schöner Spruch, etwas Süßes oder einige liebe Worte. Früher war es in der Früh ein Erlebnis, nachzuschauen, was heute drin ist.

In diesen Tagen war öfter ein goldener Faden oder etwas Engelshaar zu finden. Es sollte vom Christkind oder den helfenden Engeln stammen. Besonders brav sollte man in dieser Zeit sein, die Aufgaben machen, den Eltern helfen und folgen und vieles mehr.

Kleine Höhepunkte in dieser Zeit waren der 5. und der 6. Dezember. Krampus und Nikolaus.

 

Danach lief die Zeit relativ ereignislos dahin. Kleine Geschenke herstellen und Advent- und Weihnachtsschmuck basteln.

 

Kekse backen helfen. Das war meist für beide Seiten nicht so erfüllend.

Interessanterweise gab es an einigen Stellen abgeschnittene Bäume zu kaufen. Wozu? Den Christbaum brachte doch das Christkind! Diese Bäume standen und lagen herum, wir Kinder tollten zwischen Tannenbäumen herum und spielten Fangen.

 

Die Spannung stieg mit jedem Tag.

 

Schon in der Früh am 24. Dezember gab es ein winziges Geschenk, gerade so, daß es in den Adventkalender paßte.

Alle, die am 24. Dezember Namenstag hatten, in diesem Fall Eva und Hermine, wurden beglückwünscht und beschenkt.

Den ganzen Tag hielt und steigerste sich die Aufregung und Vorfreude auf die Bescherung.

Nachmittags der traditionelle Besuch der Kindermette in der Kirche. Dann war es schon fast nicht mehr auszuhalten. Die Unruhe wuchs. Spielen, lesen – keine Konzentration dafür. Immer wieder Geräusche aus dem abgesperrten Wohnzimmer, womöglich der Spruch: „Schau, grad flog das Christkind – alternativ, ein Englein – vorbei, hast du es nicht gesehen?“

Blöde Geschichte, grad da hatte man nicht zum Fenster geschaut …

Die Eltern waren da drin, sie mußten dem Christkind helfen. Das hätten doch auch die Englein machen können, warum grad die Eltern?

Endlich, endlich läutete dann das Glöckchen. Die Tür öffnete sich –

und WOW – der Christbaum erstrahlte im Lichterglanz von unzähligen Kerzen. Ja, von echten Kerzen, nicht von elektrischen, wie so oft heutzutage.

Gemeinsames Singen von Weihnachtsliedern, mit Seitenblicken auf die vielen bunten Packerl, dann durften wir sie endlich empfangen und öffnen.

Große Freude rundherum über die erhaltenen Gaben, manchmal ein wenig Enttäuschung über nicht erfüllte Wünsche. Das Christkind brachte es, ist halt so.

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Später besuchten wir noch die Großmutter, Tante und Onkel in der Friedenssiedlung. Der Weg war nicht weit, die Fenster hellerleuchtet mit Blick auf Christbäume, so waren wir schnell dort. Auch dort gab es Geschenke, Kekse und Freude und Wohlfühlen. Trotzdem wollten wir Kinder bald wieder heim, um noch ein bißchen mit den neuen Spielsachen zu spielen. Das Wichtigste für mich waren immer die Bücher, die ich verläßlich bekam. Die Weihnachtsferien waren mit Lesen ausgefüllt, so schön.

An den Feiertagen kamen die Verwandten auf Besuch.

 

© Eva Schnepf – Lebinger 2016

 

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Sabrina

Veronika

 

Das Thema für den 1.1.2017 lautet: Vorsatz

Schreibkick: Lila Locken, karierte Socken, schneeweiße Flocken

Lila Locken, karierte Socken, schneeweiße Flocken

 

Als ich diese Wörter das 1. Mal las, also als ich „Lila Locken“ las, das war nämlich ganz am Anfang, da dachte ich mir „he, da kann ich viel draus machen“. Jetzt grad fällt mir ein, ich hatte als Kind eine Puppe mit lila Locken, die Lilly. Lila war nämlich meine Lieblingsfarbe. Die andere Puppe hatte ein lila Kleidchen an und schaute sehr interessiert in die Gegend.

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Damals waren die Puppen aus hartem, zerbrechlichem Material, man mußte immer sehr aufpassen. Ja, darum gibt es Lilly und die andere Puppe wahrscheinlich auch nicht mehr.

Dafür habe ich noch die Gehpuppe. Sie hatte nie einen Namen, da sie noch zerbrechlicher war. Daher saß sie immer brav auf einem Polster im Elternschlafzimmer. MEINE Puppe, wie gibt’s denn das! Ich hatte sie von einem Onkel bekommen, der hatte sie aus Italien. Er war bei der Bahnpost, fuhr immer nach Innsbruck. Gibt es das heute noch? Ich glaube, nicht mehr. Ah ja, die namenlose Gehpuppe. Jahrzehntelang saß sie auf ihrem Polster. Nun ist sie bei mir eingezogen. Sie erhielt keinen Ehrenplatz. Leider ist unser Verhältnis nicht sehr eng. Wir hatten nie die Chance, uns näherzukommen. Also habe ich sie aufgehoben. Ja, apropos, Gehpuppe. Kennst Du die noch?

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Sie hatte eine ganz eigene Mechanik, durch die das „Gehen“ möglich war. Wenn ich sie, ausnahmsweise mal, gehen lassen durfte, dann hielt ich sie unter den Armen und bewegte und drehte den Oberkörper auf gewisse Weise. Das ließ sie gehen, sie setzte dann – mit meiner Hilfe – ein Bein vor das andere.

 

Die nächsten Wörter, die bald dazukamen, sind „karierte Socken“. Na, damit kann ich ja gar nix anfangen. Socken sind so was Halbes, fast Unnötiges. Entweder barfuß oder Stutzen oder eine Strumpfhose. Aber so was Kurzes, nein. Und kariert noch dazu. Nein, geschmacklos direkt. Also ich würde die nicht tragen.

Ok, vielleicht wären sie ja eventuell als Deko-Element möglich. So als Advent-Dekoration. Als Hinweis auf den Brauch, die Socken an den Kamin zu hängen, damit Santa Claus sie nach seiner Reise mit dem Rentierschlitten und den Fall durch den Kamin befüllt. Auch hier schon wieder, Socken sind eine halbe Sache, da sind doch Stutzen viel besser, da geht ja viel mehr rein. Wenn er schon die lange Reise auf sich nimmt, der alte Mann mit den weißen Locken – oder sind es doch lila Locken? – dann doch nicht für eine Kleinigkeit.

Hier in Österreich ist es effektiver geregelt, da gibt es den Brauch, die Stiefel vor die Tür zu stellen, die der Nikolaus befüllt.

Wir bekamen ja immer ein Nikolo-Haus von ihm. Am 6. Dezember, als es endlich dunkel war, läutete es an der Tür. Entweder brachte der Nikolaus das Nikolo-Haus zu uns in die Küche, sprach einige Worte, wir sagten ein Gedicht auf und sangen ein Lied, dann ging er wieder. Oder das Nikolo-Haus war plötzlich auf dem Tischchen im Vorzimmer und wir durften es hineintragen. Ganz vorsichtig, denn es war voll beladen mit Äpfeln, Mandarinen, Feigen und Datteln, Nüssen und Süßigkeiten. Keinesfalls durften ein Schokoladen-Nikolaus und Krampus fehlen. Der „Dachstuhl“ war reich behängt mit Christbaumanhängern aus Lebkuchen und Schokolade.

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Ach ja, das Nikolo-Haus – einmal ging ich auf die Toilette und sah dann, wer das Nikolo-Haus auf das Vorzimmer-Tischchen stellte. Es war nicht der Nikolaus, auch nicht der Krampus …

So wußte ich jetzt, daß es – wie schon länger vermutet – die Eltern waren. Damit war auch die Geschichte mit dem Christkind Geschichte, ich konnte es einfach nicht mehr glauben.

Das Nikolo-Haus befindet sich jetzt bei mir, und ich schmücke es jedes Jahr für meine – erwachsenen – Kinder.

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Das ist bei uns so wie mit dem Adventkalender: „Egal wie alt ich bin, ich will einen Adventkalender!“

 

Einerseits waren es schöne Zeiten, die mystische Stimmung, Nikolaus, Krampus und Christkind.

Andererseits hatte zum Beispiel die kleine Nachbarstochter lange danach Angst, da der Krampus mit seiner Kette ans Fenster geschlagen hatte und sie damit sehr erschreckte.

Als wir älter waren, gingen wir extra in die Stadt, „Kramperl schauen“. Etliche Burschen hatten sich mit Fellen und Masken als Krampus verkleidet, klirrten und rasselten gar furchterregend mit Ketten und hauten mit ihren Ruten wild um sich. Aua, das schmerzte ganz schön, wenn sie die Waden erwischten.

Dann gab es noch den schönen Brauch, anonyme Krampuskarten mit lustigen Motiven bedruckt, zu verschicken und zu erhalten. Als Absender stand meist: „Wenn Du weißt, wer ich bin, ist ein Kuß Dein Gewinn“. Eigentlich sollte ja der oder die Liebste einen bedenken, oder bedacht werden. Manchmal bekam man sogar eine Karte von jemandem, der einem nicht so wohlgesonnen war.

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So, jetzt fehlen noch die „schneeweißen Flocken“.

Früher, also in meiner Kindheit, war das überhaupt kein Problem. Da fielen die schneeweißen Flocken überreichlich vom Himmel. Aber heutzutage?

Wir können sie uns ja aus Watte basteln, auf einen Faden aufgefädelt, und ins Fenster hängen. Oder auf den Adventkranz oder auf einen Türkranz als Zierde geben.

 

 

© Eva Schnepf – Lebinger 2016

 

Mein Beitrag zum Schreibkick – Projekt von Sabrina Fessler.

Weitere Schreiberinnen:

Conny

Sabrina

Veronika

 

Das Thema für den 1.1.2017 lautet:  Vorsatz

Dazwischen gibts die Weihnachts-Überraschung, die möglicherweise etwas mit Bäumen zu tun hat 😉

 

Geschichten aus dem täglichen Leben – zu wahr, um erfunden zu sein 2

Geschichten aus dem täglichen Leben – zu wahr, um erfunden zu sein 2

Kürzlich war sie auf der Lesung eines ihrer Lieblingsautoren. Er versteht es, immer besser, die Spannung bis zum, oft überraschenden, Ende zu halten. Das Buch hatte sie schon lange, es ist das 9. in dieser Reihe. Schon im Sommer war sie bei der 1. Lesung aus diesem Buch in der Hauptstadt. Nun war es so weit, er las in ihrer Stadt, wozu er sie schon im Sommer eingeladen hatte.

Der Raum, in dem das spannende und amüsante Ereignis stattfand, ist wunderschön. Die Decke besteht aus einem alten, wunderschönen Ziegelgewölbe. Es ist so richtig heimelig. Wenn, ja, wenn es nicht so laut von nebenan wäre. Das ist sehr störend, lautes Lachen, sodaß manche Pointe darin untergeht. So schade. Außerdem, dauernd das Öffnen der Tür, laut knarrend und noch lauter ins Schloß fallend. Gekrönt vom Auftreten des Kellners, das nicht wirklich diskret ist, und dem mitunter was runterfällt. Das mindert den Hörgenuß beträchtlich. Weiters der Rauch, der vom Nebenraum riechbar durch den Türspalt reinzieht, sowie natürlich bei jedem Öffnen und Schließen der Tür. So riecht sie danach wie ein Aschenbecher. Da hilft auch der von der Besitzerin erwähnte eigene Eingang in den NichtraucherRaum nicht.

Begrüßt wird mit fadenscheiniger Freundlichkeit verpackt in Chanel-Optik. Eine andere Frau besticht mit ihrem Reiter-Outfit.

Das Publikum ist gemischt, die meisten sind älter.

Schön ist es zu betrachten, wie manche gebannt lauschen, und sich über jede noch so kleine Pointe erfreuen und die immer neuen Einfälle des Autors bestaunen.

Eine kurze „Bestandsaufnahme“ des Publikums, direkt vor Ort unmittelbar aufgeschrieben:

mitgerissen

scheinbar teilnahmslos

neutral

dem Essen zugewandt

trinkend

Da sie das Buch schon kannte, waren immer wieder Erinnerungen und Ahas vorhanden. Dadurch ist sie dann wieder voll im Buch und freut sich schon, es wieder zu lesen.

Danach überrascht sie den Autor mit den Worten: „Heute ist Premiere“ – sie bittet um eine zweite Signatur in dieses Buch, die er gerne gewährt.

Das nächste Buch der Reihe gibt es hoffentlich im Sommer, sie freut sich schon darauf.

 

© Eva Schnepf – Lebinger 2016

 

 

 

Geschichten aus dem täglichen Leben – zu wahr, um erfunden zu sein 1

 

Auf der Fahrt zur besten BioBrotBäckerin kam sie durch viele kleine Orte. Bewußt fuhr sie auf der Landstraße, die Autobahn – die diesen Namen nicht verdiente – war sehr schmal und gefährlich, dem wollte sie sich nicht aussetzen.

Genüßlich die schöne Landschaft rings herum betrachtend, fuhr sie beschaulich dahin. Das gefiel so einigen Straßenkameraden nicht so gut, aber das kümmerte sie nicht.

Heute waren viele Barrieren, ein Wagen für Kanalarbeiten, der mitten auf der Straße stand, Traktoren, Lastwägen und Fahrzeuge, die für die Sicherheit und Sauberkeit sorgten. Ah ja, Sträucher schneiden und sonstiges war auch am Programm.

In einem Dörfchen stand plötzlich ein Polizist mitten auf der Straße. Das war komisch. Sie fuhr langsam, also daran konnte es nicht liegen. Er kam immer näher und dann sah sie endlich den Grund. Ein Leichenzug wollte die Kreuzung überqueren und dann die Straße entlang gehen.

Es war wie in einem österreichischen Film.

Vorne der Kreuzträger, dann anschließend Pfarrer, Ministranten, der Sarg und die Trauergäste. Es wurde nichts ausgelassen, vom hageren bis zum dicken Pfarrer, ja, es waren mehrere, über die sehr gemischte Trauergemeinde bis zum volllippigen dunkelhäutigen, sehr feschen Ministranten war alles vorhanden. Wie es den wohl hierher verschlagen hatte? Auf jeden Fall schien er gut integriert zu sein.

Was heißt das, es war alles vorhanden, es war doch nicht inszeniert, es war das wahre Leben.

Sehr langsam und pietätvoll zog der Zug vorüber. Sie versuchte ihrem Gesicht einen ebensolchen Ausdruck zu verleihen, was nicht leicht war. Jeder schaute zu ihr herein. War das ein Wettbewerb? Manche hatten ein Schmunzeln im Gesicht. Lange hätte sie es nicht mehr ausgehalten, dieses ernste Schauen angesichts des sich bietenden Anblicks, dann hätte sie losgeprustet. Vor allem, als ihr die anstehende Schreibkick-Geschichte einfiel. Diese war aus den Wörtern „Lila Locken, karierte Socken und “ zu fertigen. Im Augenblick war die Idee da, daß die Tote im Sarg ganz sicher lila Locken hatte. Und wer hatte wohl die karierten Socken unter der feierlichen Kleidung – der Pfarrer oder doch eher ein Ministrant? Glücklicherweise waren sie dann schon vorbei, sonst hätte sie wohl einige nicht so wohlmeinende Blicke geerntet.

Der Polizist nickte ihr zu und ganz langsam fuhr sie an, um das Begräbnis nicht zu stören, und begab sich weiter ihres Weges.

 

© Eva Schnepf – Lebinger 2016

 

Ein idyllisches Städtchen 2

 

Es begab sich vor langer Zeit.

Ein beschauliches Städtchen, idyllisch zwischen 2 Flüssen in einem Talkessel liegend.

Hier ging ein junges zartes Mädchen seiner erlernten Tätigkeit nach, sie wirkte in einem Büro, und machte ihre Arbeit gut.

Sie machte ihre Arbeit so gut, daß es sich herumgesprochen hatte. Die Besitzerin einer Firma sprach die Mutter des Mädchens an, ob diese wohl die Stelle wechseln würde? Sie bräuchte dringend eine Kraft für das Büro.

Ehrlich gesagt, fühlte sich das Mädchen schon gebauchpinselt dadurch, und sagte zu.  Es kam noch hinzu, daß sie in der Firma schon 1 Jahr unglücklich war.

Als sie direkt nach der Handelsschule hier zu arbeiten begann, war alles ganz normal und ruhig. Nach einer Firmenfeier saßen der Juniorchef und sie noch lange zusammen und verliebten sich ineinander. Fast jeden Abend verbrachten sie miteinander. Immer wieder sagte er, daß sie heiraten würden. Seine Eltern sollten – noch – nichts davon wissen …

Wie konnte es sein, daß sie nichts wußten, wo sie doch immer wieder erwähnten, wie viele Fehler die Jungen machten und wie viel sie vergaßen und wie komisch sie wären.

Heimlich machten sie Rauchpausen im Heizraum, wenn Kunden kamen, legten sie die Zigaretten in den Ofen.

Der Hund mochte das Mädchen sehr, manchmal lief er zu ihr nach Hause, als sie in der Firma war, und machte selbst die Haustür auf, worüber die Mutter des Mädchens sehr erschrak.

Und eines Tages brachte er sie nach der Arbeit nach Hause, und bevor sie ausstieg, sagte er, daß es aus wäre. Der Vater eines anderen Mädchens hatte gebeten, daß er mit seiner Tochter ausgeht, da sie sich das so wünschte. Ja, und so wurde scheinbar mehr daraus. Er erzählte immer wieder was, auch, daß der Vater Geld dafür geboten hatte.

Unser Mädchen litt sehr, sah sie ja alles aus der Nähe. Erniedrigenderweise mußte sie einmal sein Auto innen reinigen, und dabei lagen etliche Kosmetikartikel von ihrer Nachfolgerin auf dem Boden.

Wie gesagt, da kam es gerade recht, daß sie abgeworben wurde.

Als sie kündigte, war es sehr wohltuend für sie, zu sehen, wie überraschend das für die Chefs kam und wie sie erblaßten.

Na ja, als sie immer fragten, warum sie weinte, zeigten sie weniger Emotion.

Bisher hatte sie arbeitsmäßig eine eher ruhige Kugel geschoben. Sie dachte, es würde so weitergehen. Doch sie kam vom Regen in die Traufe.

In der neuen Firma wurde vom 1. Tag an voller Einsatz verlangt. Plötzlich sollte sie zum Beispiel perfekt stenografieren. Sie hatte Stenografie zwar immer geliebt, sogar ihre Tagebücher so verfaßt, doch nun fehlte ihr die Routine. Schön langsam kam sie wieder rein.

Auch hier gab es einen Hund. Als er überfahren wurde, wurde er am Rand des Firmengeländes begraben.

Wenn sie gefragt wurde, welche Arbeiten sie zu verrichten hatte, sagte sie, sie sei Mädchen für alles, nur den Hund habe sie nicht begraben müssen.

Mit dem Telex arbeitete sie sehr gerne. Das war ein großes Gerät mit einer Wählscheibe und einem Lochstreifen, mit dem man Nachrichten übermitteln konnte.

Der Chef sagte immer, wenn man auf seine Fragen mit „ich glaube“ antwortete : „Glauben heißt nichts wissen, also wissen Sie es oder nicht?“

Manchmal borgte sie ihrem Chef das Auto zum Zigarettenholen, wenn die Chefin seinen Schlüssel versteckt hatte.

Damals rauchte das Mädchen noch. Die Chefin meinte öfter, wenn sie aufhöre, bekäme sie 100 Schilling mehr im Monat. Als sie dann, durch eine starke Verkühlung, aufhörte, war keine Rede mehr davon.

Der Chef war ein guter Mensch. Als sie ihm zum Geburtstag gratulierte, schickte er sie nach vorne ins Wohnhaus zur Oma um ein Achtel Wein, das solle sie auf ihn trinken.

Er hatte alle Geschäftsabläufe im Kopf. Wenn eine Frage auftauchte, wußte er sofort die Antwort.

Als er überraschend auf einer Dienstreise in einer Stadt in den Bergen starb, war danach öfter die Situation, daß sie ihn etwas fragen wollte, schon zum Telefonhörer griff, und dann fiel ihr ein, daß das nicht mehr geht.

Sie verließ dann die Firma, um eine Familie zu gründen und zog weg.

Jahre danach bekam sie einen Brief, sie mußte vor Gericht, wegen eines Geschäftsvorganges. Es ging um die Transportkosten.

Mit ihrem Kind im Kinderwagerl fuhr sie bei Gericht vor.

Die Richterin war sehr menschlich, sie sagte „Sie können sich nach dieser langen Zeit sicher nicht mehr erinnern“ damit war der Fall erledigt.

 

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

 

© Eva Schnepf – Lebinger 2016

 

Ein idyllisches Städtchen 1

Es begab sich vor langer Zeit.

Ein beschauliches Städtchen, idyllisch zwischen 2 Flüssen in einem Talkessel liegend.

Hier ging ein junges zartes Mädchen seiner erlernten Tätigkeit nach, sie wirkte in einem Büro, und machte ihre Arbeit gut.

Doch, wie es immer zu sein scheint, es gefiel dem bösen Nachbarn, in diesem Fall ihrer Chefin, nicht.

Warum es so war, werden wir wohl nie erfahren. Doch diese ältere Frau tat alles, um die Arbeitsbedingungen möglichst schlecht zu machen.

Oft war es eiskalt in dem Kabäuschen, das halbherzig in eine Erzeugungshalle eingefügt war. Da dauerte es stundenlang, bis die Finger halbwegs warm wurden.

Außerdem war es ihr ein Anliegen, dafür zu sorgen daß das Arbeitsklima, zwischen den Kollegen, möglichst kalt war.

Alle sollten per Sie sein. Es ging ja gar nicht, sich mit Arbeitern auf die gleiche Stufe zu stellen.

Das alles belastete unser Mädchen sehr.

Dann trat ein junger Mann in ihr Leben, der es ernst mit ihr meinte. Er rief sie immer vor Arbeitsbeginn an, es gab ja noch kein Handy. Als die Chefin das merkte, schimpfte sie sehr und verbot die Anrufe, obwohl sie außer der Arbeitszeit lagen.

Manchmal fuhr das Mädchen am Freitag nach Vindobona, um mit ihrem Freund ins Theater zu gehen. Da war es wichtig, rechtzeitig abzufahren. Die Chefin vereitelte das mitunter, indem sie einfach auswärts Belangloses tat, sodaß das Mädchen nicht weggehen konnte.

Als sich wieder einmal so eine schreckliche Situation ereignete, und das Mädchen weinend an seinem Arbeitsplatz saß, und nicht ein und aus wußte, kam der Sohn der Chefin, von allen als Nichtsnutz bezeichnet – und zeigte Herz. Er redete ihr zu und brachte ihr Kaffee.

Das hat sie ihm nie vergessen.

Irgendwann fand diese ganze Misere in körperlichen Beschwerden ihren Niederschlag. Als sie zum Arzt C ging, alles schilderte, tränenüberströmt vor ihm saß, meinte dieser nur, „aber die Frau A doch nicht, die ist doch so nett und freundlich, das glaube ich nicht „

Dadurch besserten sich die Beschwerden nicht, also ging sie zu einem anderen Arzt B, dieser sah mit einem Blick, daß die Beschwerden nicht organisch waren. Er gab ihr ein Medikament, das helfen sollte. Wie gesagt, es ist sehr lange her, so nahm sie das Medikament Insidon ein.

Die Zeit ging dahin.

Sie heiratete den jungen Mann, verließ das Städtchen, und zog nach Vindobona. Als sich der heiß erwünschte Nachwuchs ankündigte, wurde dieses Medikament in den MutterKindPaß eingetragen.

Viele Jahre gingen ins Land.

Irgendwann sah sie einen Film, darin kam das Medikament Insidon vor. Nun forschte sie nach, fragte auch persönlich in der Apotheke. Zuerst erhielt sie allgemeine Informationen, dann „Stimmungsaufheller“ und „Antidepressiva“.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

 

© Eva Schnepf – Lebinger 2016

 

 

 

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Schreibkick: Höhe

Höhe

Urlaub am Keutschacher See

Unendliche Freiheit am klaren Wasser

Beim Wandern im Wald bergauf und bergab

Genuß in der Lieblingspizzeria in Klagenfurt

Aufstieg zum PyramidenKogel und Ausblick ins weite Land – unglaublich schön

Bei Regen im Reptilienzoo – diese Idee hatten viele, kein eigener Schritt möglich, nur Geschiebe

Minimundus – die kleine Stadt am Wörthersee

Abends über kurvige, steile Wege hinauf ins Privat Quartier, mit etwas FamilienAnschluß, sozusagen

Höfliche Gespräche, Gelegenheits- und VerlegenheitsGespräche

Im Nachhinein schaut alles anders aus, werden einem die Augen geöffnet, wird die Idylle demaskiert

Die Kinder werden im Wald geschlagen, damit es keiner merkt. Wahrscheinlich weiß es eh jeder, nur die Gäste nicht

Dem von den Eltern wohlbehüteten UrlauberKind wird von den Quartiergebern gedroht, in den Keller gesperrt zu werden, wenn es Fremdes nicht ißt

Kurz zusammengefaßt: Urlaub bei Freunden.

Erst Jahre später erfahren die Eltern, daß das Kind von seinem Opa einen Brief an das Quartiergeberkind schreiben ließ: „Bitte Manfred, sei nicht schlimm!“ –

um zu vermeiden, daß der kleine Manfred wieder geschlagen wird …

Als kleiner, respektierter Bub eine Ahnung bekommen, wie es draußen in der Welt zugeht.

HÖHE

 

© Eva Schnepf – Lebinger 2016

 

Mein Beitrag zum Schreibkick – Projekt von Sabrina Fessler.

Weitere Schreiberinnen:

Alice

Anita

Conny

Katharina

Nicole

Sabrina

Veronika

 

Das Thema für den 1.12.2016 lautet: „Lila Locken, karierte Socken, schneeweiße Flocken“