Schreibkick: Sanfte Frühlingslüftchen und Eisige Winde

 

Sanfte Frühlingslüftchen und Eisige Winde

 

Noch vor kurzem hatte sie voller Freude „Barfußgehen im Schnee“ genossen. Glücklicherweise kam der Schnee spät und mehrmals.

So ein wunderbares Gefühl, die nackten Fußsohlen in den kalten Schnee zu setzen und langsam Schritt für Schritt vorwärts zu gehen.

Nicht zu lange, vor allem anfangs nur kurz, zum Gewöhnen.

Danach schnell die kalten Füße abtrocknen, Socken anziehen und ins warme Bett schlüpfen.

Das tut gut. Die Füße erwärmen sich schnell und werden für einige Zeit ganz heiß.

Barfuß im Schnee – das letzte Mal vor kurzem.

Und dann, kaum 1 Monat später, fällt ihr ein, daß sie vor etlichen Jahren an einem 1. Mai das 1. Mal in diesem Jahr schwimmen war. Einige schauten zu, keiner machte mit. Ja, das Wasser war noch sehr kalt. Aber als geborene Waldviertlerin war sie den kalten Kamp gewöhnt. Der wurde auch im Sommer nicht richtig warm.

Ihr Vater hatte ihr immer erzählt, daß sie sich früher im Bach wuschen. Auch im Winter, da hackten sie das Eis auf und wuschen sich. Das wollte sie auch schon immer machen.

Dann schlich sich das Eisbaden in ihre Gedanken. Das interessierte sie schon lange. Schon fast wäre es so weit gewesen. Erste Kontakte geknüpft, innerliche Vorbereitungen. Eis gibt es keines mehr, aber das Wasser ist noch kalt …

Beste Bedingungen, zum Beginnen, zum Gewöhnen, und dann im Winter endlich im Eis.

Fast wäre es sich noch zu Ostern ausgegangen, aber eine Terminkollision verhinderte es.

Alles hat seinen Sinn, auch wenn er gerade nicht erkennbar ist.

Immerhin ist die Zeit zu nutzen, Atemübungen durchzuführen.

 

Während sie so an vieles denkend das sanfte Frühlingslüftchen genoß, verzog sich plötzlich der Himmel, dunkle Wolken kamen, und mit ihnen ein scharfer Wind. Ja, schon fast ein Sturm. Die Sträucher und Bäume erzitterten und ihre Zweige wurden in alle Richtungen gepeitscht. Es tat direkt weh, das – mittlerweile durch die Glasscheiben von innen – mitansehen zu müssen. Immer wieder sausten eisige Winde über das Land. Die letzten Grüße vom Winter, der sich nun nach wohlgetaner Arbeit zurückziehen konnte.

 

 

© Eva Maria Schnepf – Lebinger 2018

      

Mein Beitrag zum Schreibkick – Projekt von Sabrina Fessler.

 

Weitere Schreiberinnen:

Sabrina

Rina

 

Das Thema für den 1.5.2018 ist: Vorfreude auf Sommergenüsse

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14 Gedanken zu “Schreibkick: Sanfte Frühlingslüftchen und Eisige Winde

  1. Hey Eva,

    *brrr* da wird mir eiskalt. Barfuß im Schnee und Eisschwimmen wären nichts für mich. Und trotzdem klingt es in deinem Text so verlockend, dass ich beinahe gerne mitmachen würde 🙂

    Liebe Grüße,
    Sabi

  2. Geht mir auch so – eine kleine Gänsehaut lief mir gerade über die Arme und meine Füsse werden kalt – eigentlich nichts für mich – aber es klingt so schön bei dir, dass ich mit gehen würde – wenigstens Barfuss im Schnee – das Eisschwimmen eher nicht.
    Liebe Grüsse und frohe OStern

  3. Liebe Eva, das Barfußgehen im Schnee liebe ich auch. Anfangs probierte ich es aus, weil es mir als Kind verboten war, dann weil es so schön ist! Als Kind durfte ich – im Gegensatz zu den Nachbarskindern, die ich immer sehr beneidet habe – nur in den Monaten ohne „r“, also ab Mai, barfuß gehen.

    Schau, was ich da im Internet über das Schneegehen gefunden habe – bestätigt deine Erfahrungen! 🙂

    “ Schneegehen
    Im Winter barfuß durch Neuschnee laufen und die Abwehrkräfte stärken

    Schneegehen kann im Winter zur Stärkung des Immunsystems beitragen. ….

    Schneegehen wir als eine Form der Alternativen Medizin angesehen und wurde von dem Pfarrer Sebastian Kneipp regelmäßig zur Förderung der allgemeinen körperlichen Abhärtung und Stärkung angewendet. Beim Schneegehen läuft man im „Storchengang“, also mit möglich hohen Schritten barfuß durch Neuschnee.

    Dabei gilt es zu beachten, im Vorfeld Füße und Beine durch die Durchführung gymnastischer Übungen durchzuwärmen; man sollte niemals mit kalten Füßen in den Schnee gehen! Darüberhinaus sollten Nierenkranke vor einer solchen Therapie mit ihrem Arzt reden.

    Das eigentliche Gehen im Schnee sollte lediglich einige Sekunden andauern. Im Anschluss werden die Füße dann mit einem frottierten Handtuch getrocknet und in warme Socken gepackt. ….“

    http://www.paradisi.de/Wellness/Kuren_und_Anwendungen/Schneegehen/

    LG Monika 🙂

  4. Hallo Eva,
    ich tauche nur nach der Sauna ins eiskalte Wasser. 😉
    Und als Kind bin ich manchmal barfuß durch den Schnee gehuscht. Habe ich schon lange nicht mehr gemacht.
    Liebe Grüße, Veronika

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