Schreibkick: Jahresuhr

 Schreibkick Jahresuhr

 

Ja, früher, in der Wiener Wohnung, da feierten sie in größerer Runde ins Neue Jahr hinein. In den ersten Jahren noch mit weniger Gästen.

Dann, als sie jahrelang beim Wohnprojekt waren – das für sie aus vielen Gründen nie Realität wurde – waren sie eine große Runde. Die meisten der 12 Familien samt Kindern waren dabei. Erwachsene und Kinder, schön war das.

Außer den Planungstreffen gab es verschiedenste private Treffen, mit Übernachten, das war entspannend.

Oh, so viele Erinnerungen, die da kommen.

Legendär waren auch die Sommertreffen im Waldviertel. Und eben Silvester bei ihnen. Legendär und schon traditionell. So viele Menschen, die hier Platz zum Feiern und Schlafen hatten, unglaublich.

Wahrhaft erstaunliche Geschichten gab es danach zu erzählen.

Einmal landete der große Gulasch Topf, den eine Familie mitbrachte, auf der Straße, der Inhalt ergoß sich auf den Boden.

Für die Gastgeberin war es nicht so schlimm, sie war schon länger Vegetarierin.

Jeder brachte etwas mit, das Buffet war sehr abwechslungsreich und schmackhaft.

Damals gehörten Kater und Erinnerungslücken dazu, mittlerweile trinkt sie schon lang keinen Alkohol mehr und genießt den freien Kopf nach Festen nach dem Aufwachen. Das tut so gut.

Bleigießen war einer der Höhepunkte, vor allem für die Kinder, auch für so manchen Erwachsenen.

Bald wurde es durch Wachsgießen ersetzt.

Dann wurde geraten, was das Gegossene darstellen könnte, und was es für das kommende Jahr bedeuten könnte.

So viel Sand ist seitdem durch die Jahresuhr, die Sanduhr, geflossen.

Manchmal rieselte er ganz langsam, die Zeit stand fast still, öfter rann er so schnell durch, als ob es kein Halten gäbe.

So viel erlebt und noch immer.

Ruhiger, aber nicht immer.

Feste in der Wohnung, dann im Haus,für größere Feste im Zelt, das im Sommer, aber auch schon im Winter, extra im Garten aufgestellt wurde, da gab es schon wunderbare Treffen.

Wer weiß, wie es 2018 sein wird?

Da fließt noch so einiger Sand durch die Sanduhr.

 Jahresuhr.

 

Ohne Anfang und Ende.

 

 

 

© Eva Schnepf – Lebinger 2018

      

Mein Beitrag zum Schreibkick – Projekt von Sabrina Fessler.

 

Weitere Schreiberinnen:

Corly

Monika

Nicole

Rina

Veronika

 

 Das Thema für den 1.2.2018 ist: Nächtlicher Wolkenzauber

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11 Gedanken zu “Schreibkick: Jahresuhr

  1. Einen guten Morgen in diesem neuen Jahr, liebe Eva!

    Viele Erinnerungen werden wach an diesem Morgen durch deine Erzählung.
    Ja, „da fließt noch so einiger Sand durch die Sanduhr“ – so Gott, oder wer auch immer, will …
    Und nochmals ja – „so viel erlebt und noch immer. Ruhiger, aber nicht immer.“

    Das wünsche ich Dir auch für das neue Jahr – viele schöne Erlebnisse! 🙂
    Monika

  2. Ein schönes neues Jahr – Ich hoffe auch, dass noch viel Sand durch die Sanduhr läuft und am liebsten schön glitzernd für die gute Laune. Liebe Grüsse

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