Schreibkick: Unter dem Weihnachtsbaum / Christbaum

Unter dem Weihnachtsbaum / Christbaum

Leonie liegt bäuchlings auf ihrem Spielteppich – der in ihrer Vorstellung meist ein fliegender Teppich ist, der sie überall hinbringt, wohin sie will.

Sie denkt an ein Reiseziel und flugs erhebt sich der Teppich mit ihr in die Lüfte, und sie reisen an den Ort ihrer Wünsche.

Jetzt denkt sie an oben, und schon fliegen sie schnell nach oben, bis sie an den Wolken anstoßen, diese sind weich und angenehm. Die Wolken beginnen, ihren Inhalt auf die Erde schneien zu lassen. Die Menschen betrachten und berühren freudig den Schnee. Insgeheim wünschen sich die meisten „Weiße Weihnachten“, es ist romantisch, sich Weihnachten im Schnee vorzustellen. Mit Schneemann bauen, Schneeballschlachten, Schnee-Engeln, Eis-Leuchten, Eislaufen und Schifahren.

Schon lange war es nicht mehr sicher, zu Weihnachten Schnee zu haben. Früher war es immer so, daß zu Weihnachten Schnee lag. Die Zeiten ändern sich und auch das Klima.

Leonie träumt weiter, stellt sich vor, Weihnachten so zu erleben, wie es ihre Eltern erlebten, als sie noch Kinder waren.

Weihnachten war der Höhepunkt des Jahres, in der Adventzeit bekamen die Kinder ab und zu einen Gruß vom Christkind, etwas Süßes, oder sie fanden einen Silberfaden, den ganz sicher das Christkind verloren hatte.

Auf die Geschenke freuten sie sich schon das ganze Jahr.

Bei den Vorbereitungen halfen sie fleißig mit. Besonders brav zu sein war wichtig, ansonsten konnte es sein, daß ihnen das Christkind nichts brachte.

Im Advent saß die Familie um den Adventkranz und sang gemeinsam Adventlieder. Anschließend gab es Tee und Kekse.

Das Mädchen wußte auch, wie Weihnachten bei den Großeltern verlief. Damals hatten die Menschen nur sehr wenig Materielles. Geschenke waren meist selbstgemacht. Spielzeug oder Kleidung. Oma schwärmte noch immer vom flauschigen Pullover, den sie einmal bekam, der im Rückblick dann doch etwas kratzig war.

Leonie’s Mama erzählte hin und wieder von einem Bilderbuch, das sie einmal geschenkt bekam, darin waren viele Blumen, wunderschön gezeichnet und gemalt, die menschliche Züge hatten. Oder waren es doch Feen und Elfen?

Wenn Leonie älter wäre, würde sie sich sofort auf die Suche machen, um dieses Buch für ihre Mama zu finden. Sie würde sich sicher in einigen Jahren auch noch darüber freuen.

Eine ältere Freundin schwärmt Leonie immer wieder von Bilderbuch vor. Sie meint aber kein Buch mit Bildern, sondern eine Band.

Die Geschenke, die Leonie heuer verschenkt, werden wieder selbstgemacht sein. Sie arbeitet sehr gerne mit Papier und zaubert daraus die schönsten Dinge. Schnell holt sie ihr Bastelpapier, Schere, Klebstoff und Pickerl. Heute macht sie für jeden zu Beschenkenden ein Billett. Sie legt ihre ganze Freude und Liebe hinein.

Und dann ist es endlich soweit. Die Kerzen leuchten am Christbaum, er ist wie immer mit Strohsternen, Holzschmuck, Bockerln und roten Kerzen aufgeputzt. Es ist eine Pracht. Die Geschenke liegen darunter und alle freuen sich.

Na ja, eigentlich sitzen sie nicht unter dem Christbaum, sondern neben dem Christbaum. Ein lustiger Gedanke, sich vorzustellen, wie sich alle unter dem Christbaum drängen und den Geschenken den Platz streitig machen.

Traditionell wird das Gedicht „Die Weihnachtsmaus“ von James Krüss vorgelesen. Wie immer zaubert es ein Lächeln und Schmunzeln in die Gesichter.

Davor hatte sich wieder einmal der Tisch unter den Köstlichkeiten gebogen, für alle war etwas dabei.

Endlich in Ruhe beisammen sitzen, lachen, sich austauschen, die neuen Spiele spielen, die Geschenke genießen und das Zusammensein.

Unter dem Christbaum bleiben die Verpackungen liegen, Papier und Bänder, wie jedes Jahr werden sie eingesammelt und immer wieder verwendet, so lange es geht.

Draußen fällt der Schnee in dicken Flocken auf die Erde, und deckt alles mit einer Schneedecke zu, wunderschön.

Rundherum erstrahlen die Weihnachtsbeleuchtungen. Glücklicherweise war es im Umfeld sehr dezent beleuchtet. Schön anzusehen.

An den nächsten Tagen geht es zu den Verwandten, auch dort warten Geschenke unter dem Christbaum.

© Eva Schnepf  Lebinger 2017

 

Mein Beitrag zum Schreibkick – Projekt von Sabrina Fessler.

 

Weitere Schreiberinnen:

Alice

Corly

Nicole

Sabrina

Rina

Veronika

 

 Das Thema für den 1.1.2018 ist: Jahresuhr



 

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11 Gedanken zu “Schreibkick: Unter dem Weihnachtsbaum / Christbaum

  1. Liebe Eva,
    was für eine wunderbare erinnerungsträchtige Geschichte. Und ich liebe „Die Weihnachtsmaus“ – eine zauberhafte Geschichte, die Frau immer wieder gerne liest!
    Weihnachtliche Grüße und alles Liebe für Dich
    Nicole

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