Das Haus

Das Haus

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Das Haus steht in einer kleinen Siedlung in einer Kleinstadt. Ehemals war es wie alle Häuser hier gelb, schönbrunnergelb. Mittlerweile ist es grün. Überhaupt haben etliche Häuser ihre Farbe gewechselt,  die Siedlung ist bunt geworden. Durch die Gartentür, ein paar Schritte, ein paar Stufen, und schon öffnet sich die Haustür.

Im kalten Vorraum gedeihen die Blumenstöcke wunderbar. Besonders die jahrzehntealten Kakteen erstrahlen in dichter Blütenpracht. Als Wandschmuck hängen viele bemalte, beschriftete Holzscheiben an den Wänden, die als Souvenir mitgebracht wurden. Man fühlt sich Jahrzehnte zurückversetzt.

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Durch die nächste Tür kommt man in ein Vorzimmer, das auch Gang ist. Rechts führt eine Tür in den Keller. Hier gibt es einen Kühlschrank, die Waschküche, ein Holzlager, einen Vorratsraum, die Heizung und die Garage, in der sich die alte Küchenkommode befindet. Ein bißchen ausbessern, und sie ist wie neu.

Wieder oben, geht es links ins Wohnzimmer, viele Stunden hier verbracht.

Geradeaus ist die Küche, rechts davon ein kleines Bad, das ist schon zuviel gesagt, für eine Katzenwäsche reicht es. Dahinter ist die  Speisekammer.

Die Tür links in der Küche führt ins Schlafzimmer.

Draußen befindet sich noch das WC.

Dann geht es schon die Stiege hinauf in den oberen Stock.

Hier war das Refugium der Großmutter. Vorraum, WohnKüche und Schlafzimmer. Davor das Badezimmer.

In der Wohnküche gibt es etwas ganz Besonderes. Da durften wir einen Blick hineinwerfen, das war es schon. Es war immer geheimnisumwoben. Ein kleiner schmaler Dachraum, nur durch eine niedrige Tür erreichbar.

Ein vorheriger Text „Ein Haus“  dazu ist hier zu finden:

https://evasgeschichten.wordpress.com/2017/02/04/ein-haus/

Einige Monate sind vergangen. Viel ist geschehen. Viel wurde gesichtet und sortiert, Fotos und Schriftliches aufbewahrt, Schönes aus Glas und Keramik und Porzellan und Anderes in Sicherheit gebracht.

Vieles wurde in gute Hände weitergegeben, an Menschen, die es zu schätzen wissen.

Hierzu entstand eine wundervolle, berührende Geschichte, nachzulesen auf dem Blog von Frau Vro. https://vrojongliert.wordpress.com/2017/04/29/die-welt-ist-ein-dorf-und-voller-wurzeln/ Wie es dazu kam, erzählt sie ganz genau.

Auch das Museum wurde bedacht, wobei noch so einiges dort hinwandern wird.

Das Grab ist fertig, erstrahlt in neuem Glanz, geziert von Blumen, die ein wenig an den blumenreichen Garten erinnern.

Nun ist es so weit, das Haus wird von den Erben verkauft.

Möge es in gute Hände kommen, die richtigen Besitzer finden und möge es mit Lebenslust, Freude und manchmal Traurigkeit – denn so ist das Leben – erfüllt sein.

© Eva Schnepf – Lebinger 2017

Schreibkick: Kuriose Geschichten aus dem Freibad

Kuriose Geschichten aus dem Freibad

Der vereinbarte Gegenbesuch hatte natürlich bald stattgefunden. Die 4 trafen sich einige Male.

Abwechselnd bei beiden.

Einmal holten sie sein Kind von ihm ab, und sie sagte:

„Wenn Sie Sehnsucht haben, können Sie ja schon früher kommen.“ –

„Dann müßte ich gleich mitkommen.“

So war die Kommunikation zwischen ihnen. Sie waren gute Freunde, interessiert an vielen gemeinsamen Themen, über die sie ewig reden und schreiben konnten. Gemeinsam war ihnen auch die Vorliebe für Kakao. Der war immer mit von der Partie. Na ja, im Freibad nicht. Das wäre auch kurios gewesen – Kakao in der Hitze.

Als das Freibad am 1. Mai aufsperrte, waren sie dabei. Alle hatten viel Spaß beim Schwimmen, beim Rutschen, beim Plantschen, bei der starken Schwalldusche, beim Rundkurs mit dem starken Strömungskanal, der einen mitriß. Strudel, Massagedüsen, Bodensprudler, Wasserfall und noch so einiges gab es zu erleben und sich daran zu erfreuen. Sie schwammen, spritzten und hüpften voll Freude am Zusammensein.

Immer wieder gab es kuriose Begebenheiten zu sehen, einmal stand ein Kind nackt in der Schlange vor der Umkleidekabine, mit der Kleidung über dem Arm, um sich darin anzuziehen, sobald es an der Reihe war.

Wie man hörte, war gemeinsames Umziehen auch sehr gefragt. Da konnten anatomische Gegebenheiten gut betrachtet und verglichen werden.

 

Manchmal erzählten sie sich von früheren Zeiten: „Ganz früher, das heißt, in der Jugend, da war es wirklich interessant im Freibad.

Trotz Verbot während des Gewitters ins Wasser gehen, statt im Umkleideraum zu frieren zum Beispiel. Das war prickelnd.

Im Freibad gab es verschiedene Zonen. Gut geschützte Bereiche, zwischen und hinter Büschen wurden gerne genutzt. Sonne bekam man dort nicht viel ab. Dafür Körperkontakt. Es gab viele phantastische Geschichten darüber.

Ah ja, hingetraut haben sich die wenigsten, hab ich mir sagen lassen.

Begehrt waren die Plätze ganz in der Sonne, direkt neben dem großen Becken. Hier gingen alle vorbei, wenn sie sich eine Erfrischung holen wollten. Und man war ganz schnell im Wasser. Mitunter bekam man eine kleine Dusche von der Rutsche ab. Das Wasser spritzte raus und erfrischte.“

So vergingen die Sommerwochen im Nu, dann sperrte das Freibad schon wieder zu, und es gab nur noch die Erinnerung daran. Und die vielen Gespräche, in denen sie sich am gemeinsam Erlebten erfreuten.

 

© Eva Schnepf – Lebinger 2017

Mein Beitrag zum Schreibkick – Projekt von Sabrina Fessler.

 

Weitere Schreiberinnen:

Corly

Nicole

Rina

Sabrina

Veronika

 

 

Das Thema für den 1.6.2017 lautet: Hitze