2014 – 2015

2014 war ein Gutes Jahr

Ich durfte viel Neues erfahren und erleben, es aufzuzählen, sprengt den Rahmen

Meine 1. Lesungen „über die Bühne bringen“ – das gefällt mir sehr, und inspiriert zu neuen Texten und Geschichten

Das Schreiben war in diesem Jahr sehr wichtig und erfüllend

Es weitet den Horizont, Erinnerungen kommen, neue Sichtweisen eröffnen sich, Gelebtes verdichtet sich

DIR wünsche ich einen Guten Rutsch in ein Wundervolles, Erfülltes 2015 🙂

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Sylvester in den Siebzigern

Sylvester in den 1970ern …

Diesmal wollten sie ein besonderes Sylvester feiern, nicht so wie sonst immer. Den Jahreswechsel so begehen, daß sie sich immer daran erinnern würden. Es sei schon gesagt, das gelang.

In der Nähe ihres Heimatstädtchens gab es ein Lokal, das sie oft besuchten. Es war auf einer Anhöhe gelegen, mit dem Auto war es schnell zu erreichen.
Doch mit dem Auto zu fahren kam diesmal nicht in Frage.

Es gab einen Weg durch das Kamptal, und dann den Berg hinauf. Das war sehr idyllisch, vorbei bei der Kaiserbüste, die immer ein schönes Ausflugsziel war.

Zuerst war es noch hell. Sie schritten durch den Schnee, der den Boden und die Bäume bedeckte. Das weiße Wunder knisterte unter ihren Füßen. Als es dunkel wurde, kamen sie langsamer voran. Sie hatten viel Spaß beim Gehen. Manchmal blieb ein Pärchen ein wenig zurück …
Die Wanderung zog sich dahin, war es doch ein weiter Weg, und dann noch bergauf. In den Rucksäcken hatten sie ihre Abendkleidung. Die Mädchen wollten abends beim Jahreswechsel in ihren langen Ballkleidern glänzen.
Nach Stunden hatten sie endlich die „Schwarzalm“ erreicht.
Das war ein Hallo, als sie eintraten.
Bevor sie sich am reservierten Tisch niederließen, zogen sie sich um.
Sie stärkten sich an den wunderbaren Speisen und stillten ihren Durst. Sie lachten und tanzten, erzählten Witze und unterhielten sich gut.
Ein Mädchen freute sich besonders, hier zu sein. Dieser Ort hatte für sie besondere Bedeutung.

Vor Jahrzehnten, als hier eine kleine Holzhütte stand, die die „Naturfreunde“ bewirtschafteten, hatten ihre Eltern mitgearbeitet. Es war für sie, als wäre sie dabei gewesen. Mit großer Freude erzählten die Eltern vom Kellnern und vom Zuckerlstand, an dem ihr Vater Süßes verkaufte.

An diesem schönen Ort hatte sie auch eine Liebesgeschichte erlebt, an die sie gern zurückdachte. Oder sollte diese erst vor ihr liegen? Vielleicht im Neuen Jahr?
Nach den vielen Jahrzehnten ist das „Wann“ nicht mehr so wichtig.

Als sie glücklich im Neuen Jahr angekommen waren, feierten sie noch lange.

Wie sie dann heimkamen, entzieht sich der Erinnerung …

© Eva Schnepf – Lebinger 2014

Reizwort-Geschichte: Die Vorweihnachtszeit

Reizwörter: Bilderbuch – Vorbereitungen – schneien – freudig – flauschig Die Vorweihnachtszeit Leonie liegt bäuchlings auf ihrem Spielteppich – der in ihrer Vorstellung meist ein fliegender Teppich ist, der sie überall hinbringt, wohin sie will. Sie denkt an ein Reiseziel und flugs erhebt sich der Teppich mit ihr in die Lüfte, und sie reisen an den Ort ihrer Wünsche. Jetzt denkt sie an oben, und schon fliegen sie schnell nach oben, bis sie an den Wolken anstoßen, diese sind weich und angenehm. Die Wolken beginnen, ihren Inhalt auf die Erde schneien zu lassen. Die Menschen betrachten und berühren freudig den Schnee. Insgeheim wünschen sich die meisten „Weiße Weihnachten“, es ist romantisch, sich Weihnachten im Schnee vorzustellen. Mit Schneemann bauen, Schneeballschlachten, Schnee-Engeln, Eis-Leuchten, Eislaufen und Schifahren. Schon lange war das nicht mehr sicher, zu Weihnachten Schnee zu haben. Früher war es immer so, daß zu Weihnachten Schnee lag. Die Zeiten ändern sich und auch das Klima. Leonie träumt weiter, stellt sich vor, Weihnachten so zu erleben, wie es ihre Eltern erlebten, als sie noch Kinder waren. Weihnachten war der Höhepunkt des Jahres, in der Adventzeit bekamen die Kinder ab und zu einen Gruß vom Christkind, etwas Süßes, oder sie fanden einen Silberfaden, den ganz sicher das Christkind verloren hatte. Auf die Geschenke freuten sie sich schon das ganze Jahr. Bei den Vorbereitungen halfen sie fleißig mit. Besonders brav zu sein war wichtig, ansonsten konnte es sein, daß ihnen das Christkind nichts brachte. Im Advent saß die Familie um den Adventkranz und sang gemeinsam Adventlieder. Anschließend gab es Tee und Kekse. Das Mädchen wußte auch, wie Weihnachten bei den Großeltern verlief. Damals hatten die Menschen nur sehr wenig Materielles. Geschenke waren meist selbstgemacht. Spielzeug oder Kleidung. Oma schwärmte noch immer vom flauschigen Pullover, den sie einmal bekam, der im Rückblick dann doch etwas kratzig war. Leonie’s Mama erzählte hin und wieder von einem Bilderbuch, das sie einmal geschenkt bekam, darin waren viele Blumen, wunderschön gezeichnet und gemalt, die menschliche Züge hatten. Oder waren es doch Feen und Elfen? Besonders in Erinnerung war ihr eine Akelei, die auch jetzt ihre Lieblingsblumen waren. Wenn Leonie älter wäre, würde sie sich sofort auf die Suche machen, um dieses Buch für ihre Mama zu finden. Sie würde sich sicher in einigen Jahren auch noch darüber freuen. Eine ältere Freundin schwärmt Leonie immer wieder von Bilderbuch vor. Sie meint aber kein Buch mit Bildern, sondern eine Band. Die Geschenke, die Leonie heuer verschenkt, werden wieder selbstgemacht sein. Sie arbeitet sehr gerne mit Papier und zaubert daraus die schönsten Dinge. Schnell holt sie ihr Bastelpapier, Schere, Klebstoff und Pickerl. Heute macht sie mit strahlenden Augen für jeden zu Beschenkenden ein Billett. Sie legt ihre ganze Freude und Liebe hinein. © Eva Schnepf 2014 Weitere Geschichten mit diesen Reizwörtern bei Christine, Lore, Martina und Regina. Viel Freude beim Lesen! Frohe Festtage und eine wundervolle Zeit an Alle 🙂

Die goldene Weihnachtszeit

Reizwörter:Tannenbaum – Weihnachten – schenken – heimlich – golden Die goldene Weihnachtszeit

Die goldene Weihnachtszeit

Die Tanne, die oft eine Fichte ist. Der Tannenbaum war gekauft, nach dem Mond geschlägert, um lange die Nadeln zu behalten. Obwohl, was hatte der Baum davon? Dem wäre es sicher lieber, im Wald bleiben zu können. Können wir uns in Zeiten wie diesen überhaupt leisten, so viele Bäume zu fällen, einige Tage ins Haus zu stellen – und dann? Wir erfreuen uns zumindest 1 Tag daran, dann ist er meist eh schon im Weg. Wer kennt heutzutage noch die Bäume? Wäre es nicht besser, den Bäumen die Freiheit zu schenken, nein, sie ihnen zu lassen, sie im Freien, im Wald bleiben zu lassen? Es wäre leicht, ein anderes Symbol für Weihnachten zu finden. So mancher würde am liebsten heimlich den Baum zurück in den Wald bringen, so wie sie ihn früher oft heimlich aus dem Wald geholt haben. Aber dann wäre es zu spät. Weihnachten wird gern mit golden in Verbindung gebracht. Goldene Vorweihnachts- und Adventzeit. Schmuck, Lichter, Gedanken – alles golden. Wie ist es wirklich? Der Schmuck und die Beleuchtung wird oft übertrieben. Das Gedudel in allen Geschäften überreizt permanent. Oft wird damit das Gegenteil des Gewollten erreicht. Viele sind schon Wochen vorher im Streß? Haben keine Zeit mehr für Treffen. „Du weißt, vor Weihnachten geht nichts mehr.“ Warum? Was ist so großartig mehr zu tun? Die Frage „Hast Du schon alle Geschenke?“ ist oft zu hören. Und auch, wie schwierig es ist, das richtige Geschenk zu finden. Oft für Menschen, die eh schon alles haben. Schenken wir doch Zeit! Ein gemeinsamer Kinobesuch, ein gemütlicher DVD-Abend, eine angeregte Gesprächsrunde, ein aufregender Spiele-Abend im Freundeskreis. Solche Geschenke sind viel mehr wert, als ein gekauftes Geschenk.

© Eva Schnepf 2014

Weitere Geschichten mit diesen Reizwörtern bei Christine, Lore, Martina und Regina.

Viel Freude beim Lesen!

Schlankheitskur & Schönheitswahn …

Schlankheitskur, Schönheitswahn, hungrig, zerzaust, dumm

Schlankheitskur & Schönheitswahn …

Schlankheitskuren waren in aller Munde. Alle wollten dünn sein. Tapezierte Knochen – sagten die einen dazu. Was hätten die Menschen, die so viel hungern mußten, wohl dazu gesagt? Sie hätten es sicher nicht verstanden, sie , die täglich hungrig ins Bett mußten.
Für sie war es eine wahre Wohltat, ja das Paradies, endlich wieder genug zu essen zu haben.
Der Schönheitswahn griff um sich. Was heißt Schönheitswahn? Ist es wirklich schön, die Haare in den unmöglichsten Farben zu färben, die Reste direkt ins Grundwasser fließen zu lassen? Frisuren wie vom Wind zerzaust?
Operierte Gesichter, die wie Masken oder Zombies aussahen? Lippen wie Gummiboote?
Vom Fett abgesaugte Körper, die völlig unnatürlich wirkten? Dafür Implantate an anderen Stellen, ja, die auch unnatürlich aussahen. Geschmäcker sind verschieden.
„Des Menschen Wille ist sein Himmelreich“ – Ob sie damit wirklich so glücklich sind?
Heute ist schon so vieles möglich.
Völlig verunstaltet sagen die einen, für die anderen ist es schön. Wirklich?
Oder ist es ein Trend, dem sie folgen (müssen)?
Manche sagen, es sei dumm. Es ist jedem seine Sache. Seine Wahl, seine Entscheidung.

Diese Worte wurden mir zu den heutigen Reizwörtern gegeben. Eine Geschichte wurde es diesmal nicht, war nicht möglich.

P.S.: Es gibt mittlerweile – endlich! – Barbiepuppen mit realistischeren Körpern 🙂

Viel Freude beim Lesen und Nachdenken.

© Eva Schnepf 2014

Weitere Geschichten / Texte mit diesen Reizwörtern bei Christine, Lore, Martina und Regina.

Reizwort-Geschichte: Der Mittelalter-Adventmarkt auf der Burg

Reizwörter: Speck – Idee – wischen – armselig – wütend

Der Mittelalter-Adventmarkt auf der Burg

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Foto: D.B.

Sie wurde unwiderstehlich davon angezogen. Adventmarkt auf der Burg, eine interessante und passende Kombination.
Auf dem Hinweg waren schon die ersten Hindernisse. Zwei der bekannten Wege hinauf zur Burg waren entweder verstopft oder heute nicht befahrbar. Der dritte Weg brachte Erfolg. Allerdings nicht weit, dann mußte geparkt werden. Der lange und bergan gehende Weg wurde beschritten und tapfer bezwungen. Es war hier völlig dunkel, allein der Mond sandte zarten Schein. Die Burg oben war mit Scheinwerfern angestrahlt, somit war das Ziel erahnbar.
Endlich oben angekommen, gab es viel zu sehen, zu hören und zu riechen.
Zelte und Stände waren aufgebaut, in denen Waren angeboten wurden, und Speis und Trank.
Weiters gab es alte Handwerkskünste zu bestaunen.
In einem abgelegenen Gang im Burghof stach ihr besonders eine „Hoanzlgoas“ ins Auge. Dieses Arbeitsgerät hatte auch ihr Vater verwendet, sie wußte genau, wo es im Werkkeller seinen Platz hatte. Es ist eine Vorrichtung zum Feststellen von Holz-Werkstücken. Der Arbeiter sitzt wie auf einem Esel oder Pferd auf der Schnitzbank. Durch die Klemmvorrichtung hat er beide Hände frei zum Schnitzen.
Besonders beeindruckend war die Herstellung von Glasperlen zu sehen: über der offenen Flamme wurde aus verschiedenen farbigen Glasstangen eine wundervolle Perle gedreht.
Es gab auch Schmiede, Schuhhersteller, Filzer und etliche andere Handwerker zu beobachten.
Die angebotenen Werkstücke waren sehr eindrucksvoll.
Bei manchem bekam sie gleich eine Idee für ihr eigenes künstlerisches Schaffen.
Sie führte angeregte und inspirierende Gespräche mit Standbetreibern.
An einem Stand wurden Schnitzereien aus Speck-Stein zur Schau gestellt. Eine davon zog sie magisch an. Der geschnitzte Elefant brachte sicher Glück, da sein Rüssel nach oben zeigte.

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Als sie ihn erstanden hatte, sah sie die „Rückseite“, sie schimmerte wundervoll. Jedes Ding hat – mindestens – 2 Seiten.

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Als alles ausgiebig betrachtet war und einiges den Besitzer gewechselt hatte, wurde der Abstieg begonnen. Mittlerweile war es noch dunkler geworden. Die sprichwörtliche „Hand vor dem Gesicht“ war nicht zu sehen.
Wie schon beim Aufstieg waren auch jetzt viele Menschen unterwegs.
Eine dicke Frau kam wütend bergauf gestapft, und streifte fast jeden in der Gruppe.
Der Weg war feucht und rutschig, und plötzlich rutschte sie aus, versuchte sich noch an den vor ihr Gehenden festzuhalten, riß eine mit und lag ausgestreckt am Boden. Entlang des Weges war es schlammig.
Armselig lag sie hier und hatte nicht die Kraft aufzustehen. Es fühlte sich an, als ob sie das dreifache Gewicht hätte.
Hilfsbereit wurde sie an Händen gehalten und ihr unter die Arme gegriffen und sie aufgehoben.
Das tat gut! Wieder auf den Beinen zu stehen.
Kurz den Schmutz von der Kleidung wischen und schon geht’s weiter bergab.
Oh, der Schlüssel ist weg. Im feuchten Laub am Wegrand ist er bald gefunden.
Glücklicherweise gibt es Handys. Es ist doch vieles gut an der Technik.
Ein ruhiger Abend folgt.
© Eva Schnepf 2014

Weitere Geschichten mit diesen Reizwörtern bei Christine, Lore, Martina und Regina.
Viel Freude beim Lesen!