Reizwort-Geschichte: Der Sonnentag

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Reizwörter: Liegestuhl – Marmelade – schwimmen – einsam – rosa

 

Der Sonnentag

 

Ein wundervoller Sonnenaufgang erfreute sehr: ein schönes, intensives rosa überzog den Himmel, man konnte darin versinken.

Später am Tag schickte die Sonne ihre  warmen Strahlen herab, sie luden förmlich dazu ein, den Liegestuhl aufzustellen, Zeit darin zu verbringen und zu träumen.

Zum Beispiel von Marmelade, die noch für den nachmittäglichen Besuch aus dem Keller zu holen war.

Oder vom baldigen ersten Mal im Freien schwimmen heuer, im Altarm der Donau, ein faszinierendes Gefühl.

Schwimmen ging sowieso nur im Freien, in Naturgewässern, Hallenbäder oder Freibäder gingen gar nicht, das Chlor darin war nicht auszuhalten.

Doch die Träumerei war nicht lange zu genießen, der ankommende Besuch weckte und erzählte gleich dies und das.

Sogar Marmelade hatten sie selbst mitgebracht, der Kellergang konnte ausbleiben.

Es war ein Rummel, alle erzählten laut durcheinander, und übertrafen sich gegenseitig mit ihren Geschichten und Berichten ihrer Erlebnisse.

Nach Stunden verabschiedeten sich alle, es war so schön ruhig. Sehr angenehm.

Es war eine Freude, diese Ruhe zu genießen, allein zu sein, aber nicht einsam. Das war ein großer Unterschied zwischen allein und einsam.

Der Sonnenuntergang verwöhnte mit einem einzigartigen Farbspektrum: rot, orange, kräftiges pink, lila und noch einige Nuancen.

© Eva Schnepf 2014

 

Immer Dienstag ist Reizwort-Geschichten-Tag!

 

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Reizwort-Geschichte: Die Verabredung

Reizwörter: Knoblauch, Verabredung, eklig, verlieren, lesen

Die Verabredung
Eines Abends saß ich wieder einmal gemütlich mit Freunden in meinem Stammlokal, und verspeiste eine meiner Lieblingsspeisen, wie immer mit viel Knoblauch. Das schmeckte so gut!
Die anderen warnten mich, so viel Knoblauch zu essen, er sei eklig und überhaupt nicht gut.
Nach dem Essen plauderten wir über unsere Pläne für die nächsten Tage und mir fiel die Verabredung am nächsten Tag ein.
„Na ja, was soll’s, wird es halt eine Knoblauch-Verabredung!“ sagte ich lachend.
Am nächsten Tag war es so weit. Endlich traf ich mich mit einem Verehrer, der mich schon mehrmals eingeladen hatte. Ein Treffen kam nie zustande, da wir keinen gemeinsamen Termin schafften.
Vom Schreiben und vom Lesen kannten wir uns schon gut, Kommunikation ist ja auf vielen Ebenen möglich.
Als wir uns begrüßten, nahm ich an ihm einen Geruch wahr … es war Knoblauch.
Er merkte es auch sofort und meinte, ob ich jetzt das Interesse an ihm verlieren würde.
Ich lachte und sagte „Nein, sicher nicht, das macht Dich noch sympathischer! Ich liebe Knoblauch auch sehr!“
Zwei Knoblauch-Liebhaber hatten sich gefunden – und bestellten – welch Überraschung! – Speisen mit viel Knoblauch!
© Eva Schnepf 2014
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