Schreibkick: Strandparty unter dem Vollmond

Strandparty unter dem Vollmond

Vollmond war keiner, dafür eine Party am Strand. Am Strand des Neusiedler Sees fand die Veganmania @ Beach statt. Hier gab es Veganes in Hülle und Fülle. Ein wahres Vegan Paradies. Tierleidfreies für Körper, Geist und Seele. Vorzügliche Speisen und Getränke, Kleidung, Schuhe, Kosmetik. Nachhaltige, wiederverwendbare Behälter und Aufbewahrungsboxen und vieles mehr.

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Yoga, Sport, Baden und Schwimmen, Menschen kennenlernen und wiedersehen, Gespräche führen, einfach auf den See schauen, genießen. Eine Wohltat.

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Der Höhepunkt war das Konzert, wundervolle Musik für Herz und Seele – ein Genuß.

Wild – Ehrlich – Organisch – Sinnlich – Frei. Tiefgründige spirituelle Texte schwangen in wunderbarer Atmosphäre.

Im Mondenschein am Ufer des Sees entlang durch die Wiese heimschlendern.

 

Vom Zimmer aus den Blick auf den Leuchtturm und auf den See genießen.

 

Nach einer erholsamen Nacht noch eine Runde am Gelände spaziert und noch einiges entdeckt. Ein erfrischendes Bad genommen und dann die Heimfahrt angetreten.

 

Denn abends wartete märchenhafter Genuß.

Die Vorfreude war groß.

Eine Schreibfreundin bot meisterlich Sagen und Märchen dar.

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Foto by Uschy Pip

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Foto by Uschy Pip

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Foto by Uschy Pip

Die Zuhörer unter dem Nußbaum hingen an ihren Lippen, waren begeistert, berührt, ergriffen und erfreut. Aufmerksam und konzentriert genossen sie das frei Erzählte.

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Foto by Uschy Pip

Es ist kaum möglich, dieses Erlebnis in Worte zu fassen.

Die Erzählerin vermittelte – und konnte es sicher in den Gesichtern der Zuhörer lesen – daß sie aus dem was sie erlebt kommt und daß sie genau dorthin gehört. Ins Hier und Jetzt, ins Es -könnte-sein. Das lebendige Erzählen wirkte wie das Tanzen eines Walzers.

Nach erfolgter Darbietung noch langer Austausch, vertraut und liebevoll.

Unter dem Sternenzelt im Garten.

Danke für diese wundervolle Erfahrung.

    

© Eva Schnepf – Lebinger 2017

 

Mein Beitrag zum Schreibkick – Projekt von Sabrina Fessler.

 

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Rina

Sabrina

Veronika

 

Das Thema für den 1.9.2017 lautet: Sommerausklang

Schreibkick: Abkühlung

Abkühlung

Und so wurde es trotz der steigenden Kälte immer heißer. Und es blieb für lange Zeit so.

Einerseits hatten sie die Treffen mit den Kindern, Stunden, die gefüllt waren mit Spielen, auf Spielplätzen und am Küchentisch, Freude an Karten- und Brettspielen, Ausflügen, Radfahren, Federballspielen und vielem mehr. Sie lachten viel gemeinsam, erzählten sich Witze und kleine Geschichten.

Andererseits gab es die Stunden, die nur ihnen beiden gehörten. So langsam sie sich angenähert hatten, so schnell kamen sie sich nun nahe. Das Gefühl, sich schon ewig zu kennen, hatten sie schon lange. Doch die Verbundenheit und Nähe, die sie nun umhüllte, war neu – und erregend. Diese wunderbaren, feurigen Stunden zwischen der Zeit, jede wie ein Fest. Unglaubliche Leidenschaft, Wolllust, aber auch Zärtlichkeit und Zartheit, Zuhausesein. Diese Stunden waren dünn gesät, und daher sehr intensiv. In der Kürze liegt die Würze. Der Volksmund hat für alles die passende, punktgenaue Redensart.

 

Die Jahre vergingen wie im Flug. Viele schöne Stunden verbrachten sie gemeinsam. Höhenflüge genossen sie. Jedoch die Talfahrt kam immer näher, unmerklich. Im nachhinein gesehen war es doch nicht so unmerklich. Aber danach ist man immer klüger.

Lange hatte das Schöne und Angenehme überwogen, langsam schlichen sich manchmal unangenehme Augenblicke ein.

Und irgendwann mußten sie sich eingestehen, daß es vorbei war. So schön es gewesen war, nun überwog das Unschöne.

Hitze – Abkühlung. So ist es im Leben.

 

 

© Eva Schnepf – Lebinger 2017

 

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Mein Name sei Mama

Rina

Sabrina

Veronika

 

Das Thema für den 1.8.2017 lautet: Strandparty unter Vollmond

 

Schreibkick: Hitze

Hitze

Viel Zeit war vergangen, gefüllt mit Gesprächen, gemeinsam gespielten Spielen, Spaziergängen, Radausflügen und gemeinsam genossenen Kakaos.

Noch immer waren sie nur gute Freunde, sehr gute Freunde, platonische Freunde.

Als dann die Schule wieder begann, sahen sie sich jeden Tag zwangsläufig beim Bringen und Holen der Kinder. Im Herbst, die Blätter fielen von den Bäumen, es wurde kälter, merkte sie nach einiger Zeit, daß sie sich unverhältnismäßig freute, wenn sie ihn sah. Ein Ahnen stieg in ihr auf, das konnte doch nicht sein. Man verliebt sich doch nicht in seinen besten Freund. Und doch war es so. Sie wollte es gar nicht zulassen, es war doch gut so, wie es war.

 

Wenn sie nur an ihn dachte, stieg die Hitze in ihr hoch.

Die Hitze stieg in ihr auf – doch wie sollte sie diese abkühlen?

Und da fiel ihr plötzlich ein, daß er sie ja schon im vorigen Jahr oben ohne im Bad gesehen hatte.  Und sie ihn in seiner uralten roten Badehose.

Sie begannen, darüber Späße zu machen, trotzdem war ständig ein gewisser Ernst dabei.

 

 

Andrerseits, als er ihr in den Mantel half, legte er ganz kurz seine Hände auf ihre Schultern, dieses Wohlgefühl spürt sie heute noch.

Diese kurze Geste war ein Versprechen, ein unausgesprochenes Versprechen.

 

So erzählten sie sich Geschichten aus früheren Zeiten.

Sie berichtete zum Beispiel aus ihrer Jugendzeit.

Im Freibad war es den Buben eine Freude und eine Mutprobe, die Bikini-Oberteile der Mädchen zu öffnen und sie damit in Verlegenheit zu bringen. Sie ließ sich das nicht gefallen, als es ihr zu bunt wurde, riß sie ihr Oberteil herunter, präsentierte die freien Brüste und rief: „So jetzt könnt ihr sie sehen! Ist euch jetzt leichter?“ Die Verlegenheit bei den Buben war sehr groß.

Schon immer wollte sie möglichst viel Luft an ihre Haut lassen. Daher war Oben ohne ein wichtiges Thema für sie.

Auch Rainhard Fendrich thematisierte es in seinem Lied „Oben ohne“.

 

Mit den Kindern war es auch ideal: Oben ohne, das Kind bequem im Tragetuch, Durst und Hunger sehr praktisch zu stillen, griffbereit, wohltemperiert, genau auf die Bedürfnisse des Kindes abgestimmt, immer genug da, wohlgeformte und angenehme Verpackung.

 

Zurück zur Hitze. Im Sommer hatten sie die Hitze und die Freuden der heißen Jahreszeit genossen.

Nun im Herbst und Winter warteten andere heiße Freuden auf sie.

Langsam, sehr langsam näherten sie sich an. Beim Eislaufen schmolz fast das Eis durch ihre Blicke.

Und so wurde es trotz der steigenden Kälte immer heißer. Und es blieb für lange Zeit so.

© Eva Schnepf – Lebinger 2017

Mein Beitrag zum Schreibkick – Projekt von Sabrina Fessler.

 

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Corly

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Das Thema für den 1.7.2017 lautet: Abkühlung

Das Haus

Das Haus

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Das Haus steht in einer kleinen Siedlung in einer Kleinstadt. Ehemals war es wie alle Häuser hier gelb, schönbrunnergelb. Mittlerweile ist es grün. Überhaupt haben etliche Häuser ihre Farbe gewechselt,  die Siedlung ist bunt geworden. Durch die Gartentür, ein paar Schritte, ein paar Stufen, und schon öffnet sich die Haustür.

Im kalten Vorraum gedeihen die Blumenstöcke wunderbar. Besonders die jahrzehntealten Kakteen erstrahlen in dichter Blütenpracht. Als Wandschmuck hängen viele bemalte, beschriftete Holzscheiben an den Wänden, die als Souvenir mitgebracht wurden. Man fühlt sich Jahrzehnte zurückversetzt.

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Durch die nächste Tür kommt man in ein Vorzimmer, das auch Gang ist. Rechts führt eine Tür in den Keller. Hier gibt es einen Kühlschrank, die Waschküche, ein Holzlager, einen Vorratsraum, die Heizung und die Garage, in der sich die alte Küchenkommode befindet. Ein bißchen ausbessern, und sie ist wie neu.

Wieder oben, geht es links ins Wohnzimmer, viele Stunden hier verbracht.

Geradeaus ist die Küche, rechts davon ein kleines Bad, das ist schon zuviel gesagt, für eine Katzenwäsche reicht es. Dahinter ist die  Speisekammer.

Die Tür links in der Küche führt ins Schlafzimmer.

Draußen befindet sich noch das WC.

Dann geht es schon die Stiege hinauf in den oberen Stock.

Hier war das Refugium der Großmutter. Vorraum, WohnKüche und Schlafzimmer. Davor das Badezimmer.

In der Wohnküche gibt es etwas ganz Besonderes. Da durften wir einen Blick hineinwerfen, das war es schon. Es war immer geheimnisumwoben. Ein kleiner schmaler Dachraum, nur durch eine niedrige Tür erreichbar.

Ein vorheriger Text „Ein Haus“  dazu ist hier zu finden:

https://evasgeschichten.wordpress.com/2017/02/04/ein-haus/

Einige Monate sind vergangen. Viel ist geschehen. Viel wurde gesichtet und sortiert, Fotos und Schriftliches aufbewahrt, Schönes aus Glas und Keramik und Porzellan und Anderes in Sicherheit gebracht.

Vieles wurde in gute Hände weitergegeben, an Menschen, die es zu schätzen wissen.

Hierzu entstand eine wundervolle, berührende Geschichte, nachzulesen auf dem Blog von Frau Vro. https://vrojongliert.wordpress.com/2017/04/29/die-welt-ist-ein-dorf-und-voller-wurzeln/ Wie es dazu kam, erzählt sie ganz genau.

Auch das Museum wurde bedacht, wobei noch so einiges dort hinwandern wird.

Das Grab ist fertig, erstrahlt in neuem Glanz, geziert von Blumen, die ein wenig an den blumenreichen Garten erinnern.

Nun ist es so weit, das Haus wird von den Erben verkauft.

Möge es in gute Hände kommen, die richtigen Besitzer finden und möge es mit Lebenslust, Freude und manchmal Traurigkeit – denn so ist das Leben – erfüllt sein.

© Eva Schnepf – Lebinger 2017

Schreibkick: Kuriose Geschichten aus dem Freibad

Kuriose Geschichten aus dem Freibad

Der vereinbarte Gegenbesuch hatte natürlich bald stattgefunden. Die 4 trafen sich einige Male.

Abwechselnd bei beiden.

Einmal holten sie sein Kind von ihm ab, und sie sagte:

„Wenn Sie Sehnsucht haben, können Sie ja schon früher kommen.“ –

„Dann müßte ich gleich mitkommen.“

So war die Kommunikation zwischen ihnen. Sie waren gute Freunde, interessiert an vielen gemeinsamen Themen, über die sie ewig reden und schreiben konnten. Gemeinsam war ihnen auch die Vorliebe für Kakao. Der war immer mit von der Partie. Na ja, im Freibad nicht. Das wäre auch kurios gewesen – Kakao in der Hitze.

Als das Freibad am 1. Mai aufsperrte, waren sie dabei. Alle hatten viel Spaß beim Schwimmen, beim Rutschen, beim Plantschen, bei der starken Schwalldusche, beim Rundkurs mit dem starken Strömungskanal, der einen mitriß. Strudel, Massagedüsen, Bodensprudler, Wasserfall und noch so einiges gab es zu erleben und sich daran zu erfreuen. Sie schwammen, spritzten und hüpften voll Freude am Zusammensein.

Immer wieder gab es kuriose Begebenheiten zu sehen, einmal stand ein Kind nackt in der Schlange vor der Umkleidekabine, mit der Kleidung über dem Arm, um sich darin anzuziehen, sobald es an der Reihe war.

Wie man hörte, war gemeinsames Umziehen auch sehr gefragt. Da konnten anatomische Gegebenheiten gut betrachtet und verglichen werden.

 

Manchmal erzählten sie sich von früheren Zeiten: „Ganz früher, das heißt, in der Jugend, da war es wirklich interessant im Freibad.

Trotz Verbot während des Gewitters ins Wasser gehen, statt im Umkleideraum zu frieren zum Beispiel. Das war prickelnd.

Im Freibad gab es verschiedene Zonen. Gut geschützte Bereiche, zwischen und hinter Büschen wurden gerne genutzt. Sonne bekam man dort nicht viel ab. Dafür Körperkontakt. Es gab viele phantastische Geschichten darüber.

Ah ja, hingetraut haben sich die wenigsten, hab ich mir sagen lassen.

Begehrt waren die Plätze ganz in der Sonne, direkt neben dem großen Becken. Hier gingen alle vorbei, wenn sie sich eine Erfrischung holen wollten. Und man war ganz schnell im Wasser. Mitunter bekam man eine kleine Dusche von der Rutsche ab. Das Wasser spritzte raus und erfrischte.“

So vergingen die Sommerwochen im Nu, dann sperrte das Freibad schon wieder zu, und es gab nur noch die Erinnerung daran. Und die vielen Gespräche, in denen sie sich am gemeinsam Erlebten erfreuten.

 

© Eva Schnepf – Lebinger 2017

Mein Beitrag zum Schreibkick – Projekt von Sabrina Fessler.

 

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Nicole

Rina

Sabrina

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Das Thema für den 1.6.2017 lautet: Hitze

Schreibkick: Platzregen

Platzregen

Es war ein warmer Tag. Sie trug ein leichtes, buntes Kleid.

Ihre Freundin mit Kindern war da, gemeinsam kochten sie. Da erhielt sie die Nachricht, daß ihre lang ersehnte Bestellung eingelangt war. Sofort schwang sie sich aufs Rad und fuhr los, um sie abzuholen. Sie freute sich sehr, sie endlich in ihren Händen zu halten.

Schnell machte sie sich wieder auf den Heimweg. Plötzlich bedeckte sich der Himmel, ein Platzregen ergoß sich über die Stadt. Und natürlich über sie, ungeschützt auf dem Rad. Von einer Sekunde auf die andere war sie bis auf die Haut durchnäßt, trug keinen trockenen Faden mehr am Leib. Lachend und singend fuhr sie heimwärts, an die warme Dusche denkend.

Daheim stürmte sie in die Küche, eine nasse Spur hinterlassend – und prallte auf ihn. Er, der in ihrer Küche stand, als ob er schon immer hierher gehörte. Er war der Vater eines Schulkollegen eines ihrer Kinder. So nebenbei – und ehrlich gemeint – hatte sie mal gesagt, sie könnten jederzeit vorbeikommen. Ja, und da waren sie nun.

Und sie war völlig durchnäßt, das Kleid klebte an ihr und gab alles preis. Eigentlich hätte es ihr peinlich sein sollen, war es aber nicht. Im Gegenteil. Die Situation hatte einen pikanten Hauch.

Nach der Begrüßung sauste sie ins Bad, und kam dann aufgewärmt und fest eingepackt wieder zurück. Sie unterhielten sich bestens, und nach der Vereinbarung, sobald das Freibad offen wäre, sich dort zu treffen, fuhren Vater und Kind wieder.

Oh, wenn sie damals geahnt hätte, was eineinhalb Jahre später passieren und 7 Jahre dauern würde.

So redete sie noch mit ihrer Freundin, die ganz begeistert von dem netten, weißhaarigen Vater war, der oft gefragt wurde, ob er der Großvater des Kindes war.

Die Freundin bemerkte, daß sich die Beiden gut verstanden und sicher bald per Du sein würden.

Bald war das einfache Essen fertig, sie genossen es mit ihren Kindern.

Kurz sprachen sie noch über den überraschenden Besuch und gingen wieder ihrer Wege.

Am nächsten Morgen sah sie ihn vor der Schule und sie lachten gemeinsam über den gestrigen Besuch. Er lud sie und ihr Kind ein, bald einen Gegenbesuch zu machen.

Davon vielleicht das nächste Mal.

 

Wozu so ein Platzregen gut ist.

 

© Eva Schnepf – Lebinger 2017

 

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Nicole

Sabrina

Veronika

 

Das Thema für den 1.5.2017 lautet: Kuriose Geschichten aus dem Freibad

Schreibkick: Frühlingsblüten

Frühlingsblüten

Gerade noch Schnee und Eis.

Im Fluß schwimmen noch Eisschollen, die ganze Wiese ist mit Eisschollen übersät. Schon am nächsten Tag ist vieles weggetaut, aber einiges ist noch da.

Die Kraft der Natur.

Und da glaubt der Mensch, er könne irgendwo eine kleine Mauer bauen, und damit die Natur aufhalten.

Die ersten Frühlingsboten sind da. Schneeglöckchen. Und zwar die echten. Zarten, Eleganten, Weißen. Mit dem gefälligeren Blattgrün.

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Nicht die Frühlingsknotenblumen. Das sind die etwas Kräftigeren, mit dem runderen Blütenköpfchen, Cremeweißen, mit den grünen Punkten.

Bald ist der ganze Auwald wieder weiß. Ein Glöckchen neben dem anderen. Wunderschön anzusehen. Ein kleines Handsträußchen darf man sich mitnehmen.

Da und dort sind verschiedenste Frühlingsblüten zu sehen. Schön bunt. Es wird ganz warm ums Herz.

Ein schöner Gedanke, daß sie sich den Winter über vorbereitet haben, um uns jetzt und in der nächsten Zeit mit ihrer Blütenpracht zu erfreuen. Alles geschah unter der Erde, unter der schützenden Schneedecke. Ein Wunder.


Der Hunger hatte sie in das Lokal getrieben.Als er gestillt war, nahm sie sich die Zeit, um in Ruhe ihre Gedanken niederzuschreiben.

Das war ein bißchen schwierig, da das Personal gerade um ihren Tisch kreiste, und sich dabei lautstark unterhielt. Katzentisch ähnlich halt.

Was solls. Für die kurze Zeit war das halbwegs auszuhalten. Sie freute sich schon auf ihr Zuhause, wenn sie mit dem Schreiben fertig war.

Etwas anderes lenkte sie viel mehr ab, irritierte sie. Immer wieder streiften sie die Blicke eines interessanten, charismatischen Mannes. Und diese Blicke bargen ein Versprechen, das es ihr angenehm kühl den Rücken runterrinnen ließ. Beim nächsten Blick wurde ihr kalt und heiß zugleich.

Bevor sie es realisierte, stand er auf und kam auf sie zu. Sie konnte nicht anders, sie mußte ihn anlächeln. Dieses Lächeln schien ihn anzuspornen. Nach einer kurzen rhetorischen Frage saß er neben ihr. Sie fühlte ihn durch und durch. Noch selten hatte jemand so schnell einen so starken Eindruck auf sie gemacht. Ihr Lächeln blieb.

Er flüsterte: „Dieses Frühlingslächeln läßt mein Herz vor Freude schneller schlagen.“ Fast errötete sie. Das stand ihr sicher gut.

Nach einem kurzen Gespräch vereinbarten sie, die laue Abendluft zu genießen. Glücklicherweise befand sich in unmittelbarer Nähe ein weitläufiges Wäldchen. Sie spazierten dahin, und hatten sich im Nu ihr halbes Leben erzählt. Dabei kamen sie sich immer näher. Sie waren sich so vertraut, als ob sie sich schon ewig kennen würden.

Sie genossen die wohltuende, erregende Nähe des anderen. Sie öffnete sich wie eine Frühlingsblüte und nahm ihn auf.

Glückseligkeit und satte Zufriedenheit.

Die kühler werdende Luft ließ sie den Heimweg antreten.

Zu ihm? oder zu ihr?

Das werden wir wohl nie erfahren …

© Eva Schnepf – Lebinger 2017

Mein Beitrag zum Schreibkick – Projekt von Sabrina Fessler.

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Nicole

Sabi

Veronika

 

 

Das Thema für den 1.4.2017 lautet:  „Platzregen“

© Eva Schnepf – Lebinger 2017

Ein Haus

Ein Haus

Schon immer da

Oft auf Besuch dort

Wenn die Eltern nicht da waren, immer willkommen, wohlversorgt mit Liebe und auch Essen und Trinken

Ostern, Weihnachten und sonstige Anlässe wurde es immer besucht

Ostereiersuchen mit Pudel Assi aus Wien bleibt in Erinnerung, auch der aufgescheuchte Igel

Immer, immer wieder auf Besuch dort

Zuletzt auch ein bißchen zur Betreuung und Begleitung

Und nun ist es leer

Und alt

Abgewohnt

Immer war es ein wohliges Zuhause

Und nun ungewohnt leer und ohne Leben

Eine leere Hülle

Wie der tote Körper

Im Gegensatz zum Körper wird es wieder mit Leben gefüllt werden

Wer wird dort wieder glücklich und traurig sein?

 

© Eva Schnepf – Lebinger 2017

Schreibkick: Inspiration

Inspiration

Als sie die alten Fotos durchschaute, hatte sie einige Aha-Erlebnisse. Endlich sah sie  Personen, die sie nur vom Namen auf Urkunden kannte, als Bild. Hochzeitsfotos, Familienfotos, Fotos von Aufbahrungen und Begräbnissen und noch vieles mehr.

Während sie sich dabei ihren Gedanken hingab, war sie plötzlich da, die Inspiration.

Sie wollte eine Zusammenstellung schaffen, ein Album erstellen, einen Stammbaum, eine Ahnenreihe. Mit Fotos. Bisher hatte  sie ja nur die Namen und Daten gehabt, je nachdem, mal mehr, mal weniger.

Schon lange hatte sie ein Programm für Ahnenforschung griffbereit liegen. Jedoch verwendet hatte sie es nie. Wohl wissend, daß sie dann darin eintauchen würde, und vielleicht nie wieder auftauchen würde.

Sie hatte schon von anderen viel gehört, wie sehr sie darin aufgingen und völlig davon vereinnahmt wurden.

Das Ganze war emotional sehr fordernd.

Begonnen, wenn man so sagen kann, hatte es damit, daß sie sich schon immer für die „alten“ Sachen interessierte. Besonders Fotos und Geschichten. Ihr Vater hatte auch schon einiges gesammelt und auch einen Stammbaum angelegt.

Viele Fotos und Dokumente hatte sie von ihm bekommen.

Und jetzt, nach dem Tod seiner Schwester, ihrer Tante, hatte sie Fotos erhalten, die sie noch nie gesehen hatte. Eine Offenbarung. Beglückt und überrascht, von Gefühlen überwältigt.

Ihr Vater hatte viel fotografiert und die Originale vervielfältigt. Jetzt war wieder alles bei ihr zusammengekommen. Da gab es viel zu ordnen. Wie sollte sie das am besten angehen, am effizientesten. Immer wieder tauchten in einer Lade, irgendwo dazwischengesteckt, an den unmöglichsten Orten Fotos auf. Na ja, einfach beginnen und schauen, wie es am besten geht.

Im Haus der Tante hatte auch deren Mutter, geboren 1902, gelebt. Nach deren Tod hatte sie einige Ausweise und Fotos erhalten, über die sich sehr freute.

Und jetzt diese Fülle! An Fotos, an Informationen, an Dokumenten, an Briefen.

Also noch eine Generation zurück. So schön.

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Hier war sie erschöpft von den letzten Wochen eingeschlafen.

Ja, die letzten beiden Monate hatten es in sich. Immer wieder vom Weinviertel ins Waldviertel. Die Tante im Krankenhaus, dann für die letzte Zeit Nach Hause, noch einmal ins Krankenhaus, immer schwächer, dann auf ihren Wunsch die Übersiedlung ins Pflegeheim – alles hinter sich gelassen, bis auf ein wenig Gepäck – für einen Tag und eine Nacht – aus der sie nicht mehr erwachte. Genauso, wie sie es sich gewünscht hatte.

 

Der Kuß des Todes

Im Kuß

Löst sich die Seele

Geht ein ins Alles

Ist endlich wieder Daheim

 

 

Wir sind Gast auf Erden

Gastsein ist nicht Daheimsein

 

 

© Eva Schnepf – Lebinger 2017

 

 

Mein Beitrag zum Schreibkick – Projekt von Sabrina Fessler.

 

Weitere Schreiberinnen:

Nicole

Sabrina

Veronika

 

Das Thema für den 1.3.2017 lautet: „Frühlingsblüten“

 

Im Gedenken an meine Tante

Es war im Krieg. Sie wohnte am Rande eines kleinen Städtchens ganz idyllisch im Grünen. Gleich neben der Wiese vor dem Haus begann der Wald, der der beste Abenteuerspielplatz für die Kinder war.

Es gab nicht nur Spiel, erst waren die Schuljahre, dann 1 Pflichtjahr, das sie in Rudmanns leistete.  (Jahr für die Allgemeinheit / gemeinnützig.)

Dann mußte sie mit anderen Mädchen die Räume der russischen Kommandatur reinigen. Es mußte schnell gehen und sauber sein. Das war nicht einfach, denn die Besatzer feierten allabendlich, der Alkohol floß in Strömen, nicht nur in ihre Kehlen, auch auf den Boden und das Mobiliar. Die Räume waren dadurch unvorstellbar verschmutzt. Die Mädchen mußten sich tummeln (beeilen), denn die Herren wollten es zwar sauber haben, aber die Reinigenden nicht zu Gesicht bekommen. Das war den Mädchen nicht unrecht, sie wollten sie auch nicht sehen.

So vergingen die Jahre ihrer Jugend, sie erschien allen zufrieden mit ihrem Leben, alle waren in ähnlicher Lage.

Insgeheim hatte sie große Träume,  ja sogar schon Pläne. Sobald es irgendwie möglich war, sprich, sobald der Krieg zu Ende wäre, würde sie ihrer Heimatstadt den Rücken kehren und auswandern. Im fremden Land wollte sie ihr Glück finden. Einige Länder waren in ihrer Wahl, am liebsten wollte sie in die Schweiz. Sie hatte über dieses herrliche Land gelesen und es zog sie sehr an. Oft stellte sie sich ihr zukünftiges Leben in den schönsten Farben und Bildern vor.

Hart arbeiten würde sie müssen, das konnte sie und war es auch gewöhnt, sie war stark und hatte großes Durchhaltevermögen.

Sie befand sich sozusagen schon in den Startlöchern, und wartete nur auf den Startschuß. Wie makaber ist das Leben eigentlich?

Der Schuß fiel zwar, es war aber ganz anders als erwartet. Es war kein Startschuß, sondern das Gegenteil.

Durch diesen Schuß, fast schon zu Kriegsende, fiel ihr Vater.

Ihr Vater, den sie alle so vermißten und sehnlichst zurückerwarteten. Noch ein sinnloser Tod mehr.

Als der Brief kam, der sie davon informierte, fiel ihr ein anderer Brief ein. Diesen Brief hatte der Vater ihr und den Brüdern geschrieben, bevor er einrücken mußte. Darin bat er seine Kinder, auf ihre Mutter zu schauen, falls ihm etwas passierte, und sie nicht allein und im Stich zu lassen.

Mit einem Schlag waren ihre Träume und Pläne wie Seifenblasen zerplatzt und hatten sich aufgelöst.

Ihr Durchhaltevermögen konnte sie nun besonders gut brauchen. In diesem so nicht geplanten Leben weiterhin in ihrer Heimatstadt.

Sie arbeitete Jahrzehnte in einer Bäckerei als Kindermädchen und Verkäuferin. Sie heiratete, baute mit ihrem Mann ein Haus, in das sie ihre Mutter aufnahmen, die den oberen Stock bewohnte.

Für ihren Mann war die Schwiegermutter die zweite Mutter, seine leibliche Mutter war früh in Wien bei einem Bombenangriff gestorben.

Als die Mutter, immer schwächer und müder werdend, im hohen Alter erkrankte und bettlägrig wurde, pflegte sie diese bis zum Tode, der sie nach Jahren erlöste.

Bald darauf erkrankte ihr Mann, den sie auch jahrelang pflegte.

Nach seinem Tod war sie allein im Haus.

Und sie sagte damals selbst: „Ich bin immer noch hier“

Jetzt ging sie auch ins Licht zu ihren Lieben.

Schon einige Tage davor träumte sie von ihrer Mutter, es war ein großes Fest, und sie sagte zu den Festgästen: „Da ist meine Mutter, sie kommt, um mich zu holen!“

 

© Eva Schnepf – Lebinger 2017